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Trotz Zentralabitur schaffen alle Prüfung / Geschliffene Rede / Bestnote 1,3

Abi 2006: Dickes Lob und sanfte Kritik "Ihr wart ein toller Jahrgang!"

Bückeburg (jp). Mit einer ebenso stilvollen wie pointierten Verabschiedungsfeier hat sich der Abiturjahrgang 2006 in die Annalen des Gymnasiums Adolfinum eingetragen. Dabei glänzte der Jahrgang nicht nur mit mehreren musischen und künstlerischen Darbietungen, sondern bot auch die geschliffenste Abi-Rede seit vielen Jahren.

103 Schüler legten in diesem Jahr am Gymnasium Adolfinum ihre Abiturprüfungen ab. Dabei zeichnete sich der Jahrgang bereits dadurch aus, dass trotz des erstmalig geltenden Zentralabiturs kein einziger Schüler durchfiel. Den besten Schnitt errangen mit der Abi-Note 1,3 Friederike Linnemann, Benjamin Kisser und Frauke Kruse. Jahrgangsleiter Jürgen Hockemeier sparte nicht mit Komplimenten für seine Schützlinge: So habe der Abi-Jahrgang außerordentlich erfolgreich Veranstaltungen organisiert und dabei enormen Teamgeist entwickelt. Trotz der Fülle von Aktivitäten seien die schulischen Leistungen nicht ins Hintertreffen geraten. Fazit für Jürgen Hockemeier: "Ihr wart ein toller Jahrgang!" Einen besonders wunden Punkt wollte der Jahrgangsleiter nicht auslassen: Vor zwei Wochen hatten die Abiturienten ihrem Unmutüber das Verbot der traditionellen Abi-Streicher mit einer Demonstration in Form einer Beerdigung Luft gemacht (unsere Zeitung berichtete). "Dabei haben Sie übersehen, dass die Schulleitung gar nicht anders konnte, als diese Form des Abi-Spaßes zu verbieten", so Hockemeiers sanfter Vorwurf. Diese Entscheidung sei seit einem Jahr bekannt gewesen, dennoch sei dem Jahrgang nichts Kreativeres als die Demonstration eingefallen. "Schade, dass dies einem Jahrgang passiert ist, dem sonst so viel eingefallen ist." Katharina Richter, Henrik Everding und Frauke Kruse revanchierten sich in ihrer Abi-Rede mit süffisanten Spitzen: Was von anderen als lästige Wasserschlacht betrachtet werde, sei in Wahrheit über Generationen tradiertes Kulturgut. Henrik Everding: "Wir fordern alle, die die Wasserpistole des Brutus im Ranzen tragen, auf, dieses Erbe feuchtfröhlich zu verteidigen." Katharina Richter dankte denjenigen Lehrern, die "Märtyrern gleich einen Teil ihres Lebens und ihrer Freizeit auf dem Altar der Bildung opferten", insbesondere bei Kursfahrten nach Berlin, London, Paris, Rom und Prag. Musikalisch wurde die Veabschiedungsfeier von Friederike Linnemann und Sophie Oehler am Klavier eröffnet. Katharina Duscha, Johanna Harms und Helena Weinberger faszinierten mit einem arabischen Flamenco, von Marcus Matthäi und Dominik Thom gab es noch einmal Metallicas "Mama said". Der Abi-Chor sang "When you believe" von Mariah Carey und Whitney Houston. Eine ganz besondere Note setzte KlausHarms der Verabschiedungsfeier auf: Der Leiter des Jagdschlosses Baum dürfte der erste gewesen sein, der als Vertreter der Abiturienten-Eltern seine Abi-Rede vollständig in Reimen vortrug.

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