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Blindow-Schüler vertreten Deutschland beim Kultur- und Jugendfestival im chinesischen Shenzhen

Ab durch die Mitte - ins Reich der Mitte!

Bückeburg (thm). Für zehn Schüler der Dr. Kurt Blindow Schulen ticken die Uhren seit Freitag drei Wochen lang anders. Als einzige deutsche Gruppe nehmen sie teil am "2. Internationalen Kultur- und Jugendfestival" im chinesischen Shenzhen.

Schulleiter Rüdiger Maxin und Betreuerin Li Wang fahren mit den

Shen was? Peking kennen wir, Shanghai auch, Hongkong sowieso. Nur einen Steinwurf entfernt liegt Shenzhen (gesprochen: "Schin dsching") - eine aufstrebende Metropole und Freihandelszone, in der 4,5 Millionen Menschen leben. Ganz Boomtown, leistet man sich dort zum zweiten Mal besagtes Festival. "Wir waren auch schon beim Ersten", sagt Blindow-Schulleiter Rüdiger Maxin nicht ohne Stolz. Der Mann hat sich den deutsch-chinesischen Kontakten verschrieben, ist stocksauer auf "die in Berlin", die vor etwa zwei Jahren - die Visumpflicht macht's (un-) möglich - die Schotten dicht gemacht haben für Schüler aus China. Maxin kann angesichts dieser Blockadepolitik zum einen, und mit Blick auf die entstehende Weltmacht China zum anderen nur den Kopf schütteln über so viel Kurzsichtigkeit: "Die Franzosen beispielsweise sind da viel weiter als wir." Was hilft's - nun köcheln die Kontakte eben auf der kulturellen Sparflamme. Gemeinsam mit 20 Schülern der Kooperativen Gesamtschule Neustadt/Rbge. haben seine zehn Schützlinge einen gemischten Chor auf die Beine gestellt - in diesem Jahr der einzige deutsche Beitrag zum internationalen Festival in Shenzhen. Die Zusammenarbeit mit Neustadt kommt nicht von ungefähr, Maxin hofft auf bessere, sprich künftig wieder visumsfreie Zeiten. "So entwickeln sich Kontakte unter den deutschen Schülern und ihren Gastgebern in China - was uns helfen kann, hier Gastfamilien zu finden, wenn wieder mehr Schüler aus China kommen", räumt der Schulleiter Hintergedanken ein. Aber das ist Politik, ab heute geht's um Kultur. Nach fünf Wochen Proben sitzt das Programm: "Horch, was kommt von draußen rein", der Kanon "Heho, spann den Wagen an", der 60er-Jahre-Schlager "Heimweh" und andere Songs sollen das chinesische Auditorium begeistern - landesweit übrigens, denn das chinesische Staatsfernsehen sendet live vom Festival. Pech für die Fußballfans an der Blindow-Schule: Am vergangenen Freitagnachmittag ging die Reise los. Von Hannover über Frankfurt-Flughafen führte sie zunächst zu einem zweitägigen Aufenthalt nach Peking mit Besichtigung der "Verbotenen Stadt" und der nicht allzu weit entfernt gelegenen "Großen Mauer". Von dort geht es dann zum Festival in Shenzhen. Etliche Auftritte warten auf die Schaumburger Schüler: Eröffnungszeremonie im "China Folk Culture Village", Abschiedszeremonie in Nanshan, zwischendurch gilt es, diverse Konzerte an Schulen der Millionenstadt im Terminplaner unterzubringen. Apropos Unterbringung: Die Schüler werden den Alltag der Chinesen hautnah erleben, denn sie wohnen bei Gastfamilien. Verständigungsprobleme sollten kaum auftauchen - man spricht Englisch. Das Festival endet am 10. Juli, für einige der Schüler - zuhause stehen Prüfungen an - ist's auch das Ende ihres China-Trips. Die anderen hängen noch eine Woche dran, etwa in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong oder danach in Guilin. Das Gebiet des tropischen Kegelkarstes um Guilin in der Region Guanxi gilt als "typisch chinesische" Landschaft, von der der berühmte Dichter der Tang-Zeit Han Yu zu Beginn des 9. Jahrhunderts sagte: "Der Fluss gleicht einem grünen Band aus Seide. Die Berge sind wie Haarnadeln aus blauer Jade!" Entstanden ist diese Landschaft vor 300 Millionen Jahren, als das Gebiet vom Meer bedeckt war. Nach dem Absinken des Meeresspiegels blieb eine Kalktafellandschaft zurück, aus der im Laufe mehrerer Millionen Jahre durch Erosion die heutigen Kegelkarstformationen herausgebildet wurden. Zwei weitere Tage in Chinas Hauptstadt Peking beenden das Besuchsprogramm am 18. Juli, dann geht der Flieger nach Frankfurt. Übrigens: Die Kosten für An- und Abreise tragen die Blindow-Schüler aus eigener Tasche, erfahren dabei aber Unterstützung von der Volksbank in Schaumburg und vom Lions Club Schaumburg. Für die Kosten in China kommen die Festival-Organisatoren auf.

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