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Vor Gericht: Vier Jahre Haft für Rintelner / 100 Euro und Methadon-Ration erbeutet

Übler Raubüberfall in der Silvesternacht

Rinteln/Bückeburg (maf). Zwei Rintelner, die einen 42-jährigen Mann in dessen Wohnung überfallen und bestohlen hatten (wir berichteten), sind nun wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Die Berufungskammer des Bückeburger Landgerichts unter Vorsitz von Richter Peter Rohde belegte einen Arbeitslosen (27) mit einerBewährungsstrafe von 19 Monaten. Dagegen muss der zweite Täter (28) für vier Jahre hinter Gitter - in diese Entscheidung wurden drei frühere Strafen einbezogen, für den Raubüberfall allein gab es dreieinhalb Jahre.

In der Silvesternacht 2007 hatten die aus Kasachstan stammenden Männer das Opfer übel malträtiert und zum Schluss 100 Euro Bargeld sowie Methadon mitgenommen. In erster Instanz war das Rintelner Amtsgericht zu folgenden Urteilen gekommen: 19 Monate auf Bewährung für den 27-jährigen Arbeitslosen, zwei Jahre Gefängnis für den anderen. Gegen diese Entscheidung legten beide Männer Rechtsmittel ein. Auch die Staatsanwaltschaft ging gegen den 28-Jährigen in die Berufung. Deshalb konnte der zurzeit Inhaftierte jetzt auch härter bestraft werden. Während er nun für vier Jahre ins Gefängnis geschickt wurde, griff für den arbeitslosen Mittäter das gesetzliche Verschlechterungsverbot. Für ihn bleibt es damit bei 19 Monaten mit Bewährung. Im Gegensatz zur ersten Instanz ordnete die Kammer aber umfangreiche Bewährungsauflagen an: Danach mussder Arbeitslose unter anderem 200 Stunden gemeinnützig arbeiten und eine Schadenswiedergutmachung von 800 Euro zahlen. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Der Fall: Den Jahreswechsel 2006/2007 verbrachte das Opfer allein in seiner Wohnung in der Rintelner Nordstadt. Als es kurz nach Mitternacht an seiner Tür klingelte, öffnete er und ließ den 28-Jährigen herein. Der Besucher blieb nicht lange, kam aber wenig später mit dem zweiten Angeklagten zurück. Die beiden drückten sofort gewaltsam die Tür auf und wollten Drogen, die das Opfer aber gar nicht hatte. Dann schlug der Arbeitslose dem Mann ins Gesicht, dieser fiel zu Boden. Während der zweite Täter sich gegen den Kehlkopf des Opfers kniete, ging der 27-Jährige in die Küche und nahm 100 Euro Bargeld und die persönliche Methadon-Ration des Geschädigten an sich. Er trat dann noch einmal kräftig gegen den Kopf des Mannes. Dabei erlitt das Opfer erhebliche Verletzungen, eine Schädelprellung und eine Platzwunde an der Schläfe. Ehe die Räuber gingen, sollen sie ihm noch zugerufen haben, jetzt sehe er mal, was die russische Mafia sei.

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