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Rintelner und Bückeburger feiern den Viertelfinalsieg

Überschäumender Jubel nach versenkten Elfern

Rinteln/Bückeburg (wm/jp). Um 16 Uhr hatte die Abiturfeier am Gymnasium Ernestinum in Rinteln begonnen, im Hörsaal 414 hatten Nils Müller, Max und Erik Janssen und Matthias Büchner von der Medien-AG eine Leinwand aufgebaut und gaben ab 17 Uhr per SMS aktuelle Meldungen aus der ersten Halbzeit diskret an die Fußballfans in der Aula - nix los. War ja auch nicht. Als der Elfmeterkrimi losging, saßen die meisten dann auch vor der Leinwand - Sektgläser in der Hand. Die waren am Ende passend zum Anstoßen auf den deutschen Sieg und den Helden des Tages: Keeper Jens Lehmann. Apropos Krimi: Den erlebte Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz im Vereinsheim des SC Rinteln inmitten ausgelassener Fans - und war am Ende genau so erlöst wie ganz Deutschland.

Während des Spiels Irritation in Exten: Als im Zelt gejubelt wurde, fragten sich Zuschauer draußen vor dem zweiten Fernseher, warum? Des Rätsels Lösung: Sechs Sekunden Unterschied im Sendesignal zwischen einer "Schüssel" und dem digitalen Empfang. Ein Fahnenmeer in Exten vor der Gaststätte "Zur Post". Auf der Behrenstraße hielten zwei Autofahrer an und fielen einander spontan in die Arme. Gellende Hupkonzerte auf der Rintelner Umgehungsstraße, laute Gesänge in der Fußgängerzone: "Finale, oho! Wir werden Weltmeister!" Akustisch überbot Frank "Bomber" Giese im Rintelner Biergarten mit seiner großen Trommel locker die Pfiffe der tobenden Fans. Mit dem Viertelfinal-Krimi hat die WM-Fieberkurve in Bückeburg einen neuen Siedepunkt erreicht. Dabei sahen nicht wenige nach dem Rückstand in der ersten Halbzeit durch Roberto Ayalas Kopfballtor in der 49. Minute das Unternehmen WM der Klinsmann-Elf bereits als beendet an. Betretene Mienen herrschten vor den meisten Bildschirmen und Großbildleinwänden vor. "Jetzt liegen die Argentinier in Führung und machen hinten dicht", prophezeite ein niedergeschlagener Fan in der WM-Openair-Arena vor dem Bistro an der Langen Straße. Umso befreiter konnten die Bückeburger Fanmassen in der 80. Minute aufschreien, als Miroslav Klose mit seinem fünften WM-Tor für den Ausgleich sorgte. Nach Verlängerung und dem spektakulären Elfmeterschießen, bei dem Torschütze Roberto Ayala und Esteban Cambiasso auf Seiten der Argentinier in Jens Lehmann ihren Meisterfanden, kannte der kollektive Freudentaumel keine Grenzen mehr. Wie schon nach dem Achtelfinalsieg gegen Schweden strömten die Fanscharen zum kollektiven Freudenrausch vor die Stadtkirche und füllten die Bückeburger Innenstadt für Stunden mit schwarz-rot-goldene Hochstimmung.

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