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Unternehmen fordert sparsamen Kompromiss / Nur eine Querung zwischen Haste und Hohnhorst?

Übergänge: Bahn will alte Pläne abspecken

Haste (tes). Vollversammlung der Ratsleute aus Haste und Hohnhorst zum Thema Bahnübergänge: Auf Einladung des Landrats Heinz-Gerhard Schöttelndreier standen Vertreter der Bahn Rede und Antwort. Und ließen doch vieles im Ungewissen. Nur eines scheint klar: Die Bahn will Bahnübergänge streichen und sucht eine billigere Ersatzlösung.

"Mit vier Bauwerken drei Bahnübergänge zu ersetzen, ist nicht mehr finanzierbar", so der Leiter der Produktionsdurchführung, Jonas Buchholz. Er forderte die Kommunen zu Kompromissen auf. Doch besonders die Hohnhorster haben laut Bürgermeister Otto Lattwesen das Vertrauen in die Bahn verloren: "Freiwillig verzichten wir aufgar nichts mehr." Nochälter als die vorgelegten Pläne der Bahn sei nur "die leidvolle Geschichte im zweigeteilten Haste", so Schöttelndreier. Zuletzt hatte eine Pressemitteilung über neue Pläne für Irritationen gesorgt. Woraufhin auf Initiative von Lattwesen auf Kreisebene nun ein Termin angeregt wurde. Das Ergebnis: Alles bleibt offen. "Am 17. Februar 1995 haben wir hier schonüber diesen Plänen gesessen", konnte der Landrat seinen Unmut über den stetigen Meinungswechsel der Bahn kaum verbergen. 1998 war die Bahn bereit, das Planfeststellungsverfahren zu eröffnen und blockte dann mit Hinweis auf den viergleisigen Ausbau. Es folgte eine jahrelange Unsicherheit zum Thema Halbschranken in Hohnhorst - bis zum Unglück vor drei Wochen. "Jetzt wollen wir hören, was sicher ist, damit wir uns darauf einstellen können", wollte Schöttelndreier "endlich Fakten: Wann kann mit welchen Maßnahmen begonnen werden?" Bahn-Vertreter Buchholz bedauerte, dass wichtige Vertreter beim ersten Termin nicht eingeladen waren: "Jetzt wollen wir Bewegung in die Gespräche bringen und zugleich die Erwartungen dämpfen." Die Bahn verfolgt auf Basis der alten Pläne ein klares Ziel: möglichst viele Bahnübergänge zurückbauen und eine billigere Lösung finden. Höchstens zwölf Millionen Euro seien verfügbar, keinesfalls die nach neuen Berechnungen nötigen 16Millionen. Vor diesem Hintergrund müsse das Projekt neu auf den Prüfstand, erklärte Angelika Bombelka, Bauherrenvertreterin bei der Bahn. Jetzt werde getestet, ob Akzeptanz für nur eine Querung zwischen Haste und Hohnhorst auf Hohnhorster Gebiet vorhanden ist. Hohnhorst würde demnach drei Bahnübergänge verlieren. Undenkbar für Lattwesen: "Der Bürgerentscheid vor zehn Jahren war der größte gemeinsame Nenner, und jetzt kommt wieder alles anders? Nur eine Brücke zu lassen, da sehe ich Probleme", rechnet er mit erheblichem Widerstand der Bürger. Besonders von Landwirten, deren Ländereien sich auf der anderen Seite befänden. Buchholzäußerte Verständnis, "aber wenn wir die Pläne so lassen, sitzen wir in zehn Jahren immer noch hier". Die Bahn beharre auf einem Kompromiss. Selbst dann sei frühestens 2010, eher 2011, mit dem Baubeginn zu rechnen. Der Landrat gab so schnell nicht auf: "Wann gehen Sie mit konkreten Plänen in die Gremien?" Buchholz entgegnete, er wolle sich "dieses Jahr erst mal umhören" und kam mit einer Gegenbitte: "Prüfen sie am Anfang das Thema Finanzierung."

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