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Andreas-Gärtner-Stiftung stellt Spendenausschüttung 2008 vor / Für die Zukunft weniger Spenden erwartet

Über 669 000 Euro für Menschen mit geistiger Behinderung

Porta Westfalica (mld). In der 15-jährigen Geschichte der Andreas-Gärtner-Stiftung, die Geld für Menschen mit geistiger Behinderung sammelt, ist das Spendenaufkommen noch nie so hoch gewesen wie in diesem Jahr. Auch die Spendenausschüttung, die am 3. Dezember beschlossen worden ist, hat die Spitzensumme von mehr als 669 000 Euro erreicht. "Aber so ein Volumen werden wir nicht mehr bekommen", ist sich Stiftungsgründer Hermann Gärtner sicher, als er die Zahlen zusammen mit seiner Tochter Birgit, 2. Stiftungsvorsitzende, präsentiert.

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Insgesamt 789 000 Euro hat die Stiftung in diesem Jahr sammeln können - davon kann aber nicht alles an Hilfsprojekte, Einrichtungen und Privatpersonen gehen, da im letzten Jahr zu viel Geld ausgeschüttet wurde. 193 Institutionen und Privatpersonen, die Geld für ihren Umgang mit geistig behinderten Menschen beantragt hatten, konnten in diesem Jahr Beträge in der Höhe von 150 bis 40 000 Euro entgegennehmen. "75 Prozent des Spendenaufkommens kommen von Porta Möbel", sagt Gärtner, der Mitinhaber der Möbelhaus-Kette ist. Hermann Gärtner gründete die Stiftung 1993 nach langer Tätigkeit für die "Spastikerhilfe Bad Oeynhausen" und benannte sie nach seinem von Geburt an schwerstbehinderten Sohn, der im Alter von 38 Jahren starb. Anträge auf finanzielle Unterstützung für geistig behinderte Menschen kann jede Privatperson und jede Einrichtung an die Stiftung richten. Die Anträge werden von einem Team ehrenamtlicher Mitarbeiter geprüft, bevor jeden Dezember der Vorstand zusammenkommt, um über die Anträge und die Spendenausschüttung zu entscheiden. Über 6000 Euro kommen auch Menschen aus dem Landkreis Schaumburg zugute, unter anderem einer Familie aus Rinteln und der Rintelner Werkstatt der Paritätischen Gesellschaft Behindertenhilfe. "Wir bekommen immer mehr Anträge aus ganz Deutschland", bilanziert Gärtner. Das liegt seiner Meinung nach vor allem an dem Internetauftritt der Stiftung und der damit verbundenen Aufmerksamkeit, die sie bekommt. Viel Geld fließe daher in Orte außerhalb der Region, etwa nach Hannover, Aachen oder Berlin. Doch die ehrenamtlichen Mitarbeiter ziehen bei der Spendenvergabe klare Grenzen: Die Stiftung zahlt nicht bei altersbedingter geistiger Behinderung, nicht für Menschen mit rein körperlichen Behinderungen, sie zahlt keine Bauvorhaben, keine Krankenhausaufenthalte und keine Urlaubsreisen ins Ausland. Auch müssen die Familien Nachweise erbringen können, wofür sie das Spendengeld verwenden. "Das Geld soll den geistig Behinderten direkt zugutekommen", sagt Stiftungsgründer Gärtner. Gearbeitet wird auf Grundlage der Satzung. "Sonst verlieren unsere Spender das Verständnis dafür, für was sie uns eigentlich ihr Geld geben." Durch die ehrenamtliche Tätigkeit aller Mitarbeiter fielen aber keine Verwaltungskosten an, so Gärtner. Für die Zukunft sieht Gärtner schwarz: "Durch die Finanzkrise wird sich das Spendenverhalten der Deutschen ändern", ist er sich sicher. Und: "Die finanzielle Not der Familien mit geistig behinderten Kindern wird sich gleichzeitig verschlimmern." Kontakt: Das Spendenkonto: Sparkasse Minden-Lübbecke, Konto-Nummer: 49335599, BLZ: 49050101. Informationen zur Andreas-Gärtner-Stiftung im Internet unter www.andreas-gaertner-stiftung.de .

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