weather-image
24°
Gute Laune, leckeres Wintergemüse und viele flotte Sprüche in der Liethhalle / 800 Würste und 60 Kilo Kassler vertilgt

Über 500 beim Grünkohlschmaus der Bürgerschützen

Obernkirchen (sig). Dem Ruf der Bürgerschützen zum Grünkohlessen folgten am Freitag 516 hungrige Männer. Mehr trafen sich aus diesem Anlass nie in der Liethhalle. Damit erreicht diese Veranstaltung fast den gleichen Zuspruch wie in der doppelt so großen Nachbarstadt Bückeburg. Bürgermeister Horst Sassenberg und Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier lobten die Beteiligung in höchsten Tönen.

Letzte Vorbereitungen in der Küche des "Krugs zum grünen Kranz":

Für die positive Entwicklung gibt es Gründe. Zum einen hat sich die ehemalige Bergmannshalle durch die vielen freiwilligen Einsätze der von Martin Dreveskracht geleiteten Liethhallen-AG optisch deutlich gemausert. Zum anderen hat es sich herumgesprochen, dass das Küchenteam vom "Krug zum grünenKranz" die Wintermahlzeit auf eine sehr leckere Art zubereitet. Abgerundet wird der gute Gesamteindruck durch die Schaumburger Trachtenkapelle, die wieder mit flotten Klängen die Stimmung anheizte. Inzwischen lassen sich immer weniger Ehrengäste dieses Ereignis entgehen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Heiner Bartling saß ebenso am Tisch des Stadtkommandanten Wolfgang Anke wie Landrat Schöttelndreier, Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann, Bückeburgs Vize-Bürgermeister Bernd Kohlmann und Geschäftsführer Josef Bockhorst von Heye-Glas. Mit starken Abordnungen vertreten waren die Bürgerschützen aus Stadthagen, Bückeburg und Minden sowie der Schützenverein Bad Eilsen. Zum letzten Malüberbrachte Sassenberg als ehrenamtlicher Bürgermeister der stattlichen Männerrunde die Grüße von Rat und Verwaltung. Begleitet wurde er von seinem Nachfolger, Oliver Schäfer, und Stadtdirektor Wilhelm Mevert. Der Landrat habe, so Sassenberg, in der Schaumburger Frauenwelt für einige Irritation gesorgt mit der Aussage, dass der Grünkohl Frauen nicht so bekomme, weil er ihre Figur verdoppele. Außerdem habe er in Bückeburg behauptet, die Männer würden sich nach dem Genuss von fünf Litern Bier wie Frauen benehmen und unsinniges Zeug reden. In der Liethhalle gab es wieder einige rhetorische Gratwanderungen vom Landrat. So reimte er zuerst: "Männer, die zu Haus nichts nützen, gehen gerne zu den Schützen." Bevor ihn heftige Proteste ereilten, fügte er die Aussage an: "Nicht zuletzt auch diese Schützen wollen der Gesellschaft nützen." Um noch mehr Zuspruch zu finden, sprach Schöttelndreier davon, dass vier Dinge die Teilnehmer am Grünkohlessen vereinen: die Liebe zu Obernkirchen, die Treue zu den Bürgerschützen, das Schaumburger Bier und der Schaumburger "Grüne". Auch die Politiker nahm er aufs Korn. Kommunalpolitik sei, wenn man in einem dunklen Raum eine schwarze Katze suche; Landespolitik, wenn man schon beim Suchen weiß, dass sich dort keine schwarze Katze befindet, und Bundespolitik, wenn jemand rufe, er habe die Katze, die es gar nicht gibt. Über Wolfgang Anke sagte der Landrat, der habe sich nur deshalb nicht um den Bürgermeisterposten in Obernkirchen beworben, weil es keinen freien Platz mehr zum Plakatieren gab.

Auch am Tisch mit den Ehrengästen gibt es viel Gesprächsstoff. S
  • Auch am Tisch mit den Ehrengästen gibt es viel Gesprächsstoff. Spricht man hier schon über die kommenden Landtagswahlen oder über die angekündigte Klimakatastrophe?
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare