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Neue Regelung im Nahverkehr gilt ab Montag

Öffis krempeln die Tarifzonen um

Bad Münder (jhr). Jetzt kommt Farbe ins Spiel – die Öffis führen ein neues Tarifsystem ein. Ab Montag gilt das System, das durch farblich unterschiedlich gekennzeichnete Tarifzonen die Orientierung leichter machen soll.

Uwe Weßling bereitet die neue Beschilderung an der Haltestelle Deisterbahnhof vor.

Das neue Tarifsystem löst das bisherige ab, das bereits 25 Jahre auf dem Buckel hat – und neuen Kunden nur schwer zu vermitteln gewesen sei. Sieben Zonen gab es bislang, ab dem 1. August werde es nur noch vier sein. „Das ist transparenter und wesentlich einfacher zu vermitteln“, sagt Heinz-Jürgen Aust, Prokurist und Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont. Mit einem Projektteam wurde seit November 2010 an der Entwicklung des neuen Systems gearbeitet, dabei auch der Blick über den Tellerrand gewagt. In Braunschweig seien beispielsweise mit Unterteilung in unterschiedliche Farbzonen positive Erfahrungen gemacht worden.

Der neue Flächentarif löst den bisherigen Ringtarif ab, die um Hameln herum angeordneten Ringe werden durch einen Flächenzonenplan ersetzt. Der neu geschaffene Nahbereich ist blau dargestellt, die nächste Preisstufe rot, die nächste gelb und die teuerste Zone innerhalb des Landkreises grün. Innerhalb der Kernstadt von Bad Münder bewegen sich die Kunden beispielsweise im blauen Bereich, nach Nettelrede oder Hachmühlen gilt die rote Zone, nach Hameln wird eine Fahrt in die gelbe Zone berechnet. Ziel sei es gewesen, das System durch Reduzierung der Preisstufen und durch die Orientierung an den Gemeindegrenzen zu vereinfachen. Ein Grundsatz der Neuberechnung: In einer Gemeinde sollen zunächst einmal alle Kunden gleich behandelt werden. „Unsere Region ist auch vom Tourismus geprägt. Die Menschen kommen mit dem Zug an, nutzen dann den ÖPNV – mit dem neuen System können wir den Einstieg erleichtern“, sagt Aust.

Mit der Umstellung verbunden ist auch eine Preisanhebung – um drei Prozent soll das Preisniveau steigen. Für einige Strecken wird die Fahrt billiger, für andere wird sie teurer. Notwendig sei die Preisanhebung, weil die Nahverkehrsgesellschaft auf gestiegene Personal- und Kraftstoffkosten reagieren musste, erklärt der Prokurist. Zu den Gewinnern der Preisanhebung zählt die Nahverkehrsgesellschaft ihre Dauerkunden, der Preisunterschied zwischen Einzelfahrscheinen und Zeitkarten sei spürbar vergrößert worden.

Begleitet haben die Öffis die Einführung des neuen Tarifsystems mit einer Informationskampagne – rund 1200 Abonnenten seien angeschrieben worden. Das Interesse der Gesellschaft geht deutlich dahin, die Fahrgäste zum Kauf von Abonnements zu bewegen. So werden beispielsweise Viererkarten künftig auch direkt beim Fahrer zu haben sein, bislang konnten sie nur an den Vorverkaufsstellen gekauft werden. „wie bei jeder Umstellung wird es Befürworter und Kritiker geben. Ich bin mir aber sicher, dass bereits in ein paar Wochen alle mit dem neuen System zufrieden sein werden“, sagt Aust.

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