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Reinecke gibt Hoffnung nicht auf, kurzfristig ausreichend Mieter für das Projekt begeistern zu können

Ärztehaus: Fristablauf zum Jahresende

Bad Münder (mf). Die Pläne für das Ärztehaus am Kurpark hängen am seidenen Faden. Nach NDZ-Informationen ist es bislang nicht gelungen, das Vorhaben auf eine wirtschaftlich tragfähige Basis zu stellen. Projektentwickler Dirk Reinecke hat offenbar nur noch bis zum Jahresende Zeit, Mieter an Land zu ziehen.


Sollte es ihm nicht gelingen, bis dahin verbindliche Vorverträge in ausreichender Zahl abzuschließen, will das hannoversche Bauunternehmen Gundlach dem Vernehmen nach seinen Ausstieg bekannt geben. Bereits Mitte November wird die Firma eine Zwischenbilanz ziehen. Möglicherweise könnte es dann schon erste Anzeichen für eine Positionierung auf Investorenseite geben.

Reinecke räumte auf Anfrage ein, dass sich die Verhandlungen äußerst zäh gestalten. „Wir waren unserem Ziel schon mal näher“, gibt er unumwunden zu. Nachdem einige Interessenten einen Rückzieher gemacht hätten, sei derzeit erst für 30 Prozent der zur Verfügung stehenden Flächen eine Belegung gesichert.

Auch wenn ihm die Zeit im Nacken sitzt, will der Finanzfachmann das Projekt längst nicht verloren geben. Es gebe durchaus noch Hoffnung. Zurzeit stehe er „in vielversprechenden Verhandlungen mit zwei zentralen Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen“. Reinecke macht gleichzeitig keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, dass es nicht gelungen sei, die Awo als Lokalmatador zum Einstieg zu bewegen. Auch sonst fühlt er sich vor Ort nicht ausreichend unterstützt. „Der politische Wille für das Ärztehaus ist leider nicht da“, bedauert er.

Weiteres Hindernis sei eine Wettbewerbsverzerrung, gegen die anzukämpfen er es schwer habe: „Während die einen den Gesetzen des Marktes ausgesetzt sind, werden andere stark subventioniert“, klagt Reinecke mit Blick auf die Mietsituation im benachbarten Kurmittelhaus.

Fest steht aber auch: Die Mietforderungen für das Ärztehaus sind nicht eben im unteren Bereich angesiedelt. Die Quadratmeterpreise liegen über dem Niveau vergleichbarer Immobilien in Hameln oder Minden. Reinecke bestreitet dies nicht, verweist aber auf hohe Baukosten.

Abgeschreckt worden seien potenzielle Mietinteressenten immer wieder von nicht abreißen wollenden Verunsicherungen, wie dem von der Stadt ins Spiel gebrachten „Bädergarten“. Reinecke spricht von Störfeuer.

Was vielen Beobachtern nicht entgangen ist: Bürgermeisterin Silvia Nieber lässt in jüngster Zeit keine Gelegenheit ungenutzt, öffentlich ihre Unterstützung für das Ärztehaus zum Ausdruck zu bringen – vielleicht gerade weil ihr in der Vergangenheit wiederholt unterstellt worden war, das Vorhaben nicht ausreichend zu unterstützen. Dass Nieber aber selbst noch an eine Realisierung glaubt, ist wenig wahrscheinlich. So ließ sie etwa am vergangenen Donnerstag vor Mitgliedern des Seniorenbeirates durchblicken, dass sich möglicherweise bald an zentraler Stelle der Stadt eine Chance für betreutes Wohnen ergeben könnte, „wenn dort etwas anderes platzt“. Welchen Ort und welches Projekt sie damit konkret gemeint hat, ließ die Bürgermeisterin offen.

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