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Ärger wegen Schüler-Schwimmen

Schwimmbad

Hameln (bha). Mittwoch, 3. Stunde – auf dem Stundenplan steht Schwimmen. Wie immer, eigentlich. Doch was für eine Überraschung für die Kinder der Grundschule Hohes Feld an diesem Morgen im Februar! Dort, wo sie sonst lernen, sich sicher über Wasser zu halten, ist schon alles belegt: Mitarbeiter des Hamelner Rathauses bewegen sich im Becken der Schwimmhalle Einsiedlerbach. Ohne dass die Schule davon wusste, sagt eine Lehrerin. Die Verwunderung war groß, die Verärgerung auch.
„Das kann’s nicht sein“, sagte sich Schulleiterin Dagmar Hoffmann, dass der Schule einfach die „Schwimmzeit weggenommen wird“, die sie seit Jahren belegt habe, und der Stadtverwaltung sagte sie das auch, und zwar schriftlich. Ihr sei von dem Mitarbeiter zu verstehen gegeben worden, dass die Schule sich hätte melden müssen. „Das haben wir aber nie so gemacht“, erzählt Hoffmann. Bislang sei es immer so gewesen, dass die Schule Bescheid gesagt habe, wenn sich etwas am Stundenplan geändert hätte. Und nicht, wenn alles beim Alten geblieben sei. Die Stadt aber sieht den Fehler bei der Schule.

„Sie hätte sich bei uns melden müssen, um die Schwimmzeiten zu beantragen“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes über Hol- und Bringschuld – zum Unverständnis der Schulleiterin Hoffmann. Für den Schwimmbus, der für die Grundschüler eingesetzt und von der Stadt koordiniert wird, habe sie die Zeiten bestätigen müssen, die ihr von der Stadt, wie immer halbjährlich, aus freien Stücken zugeschickt worden waren. „Das hat bei uns in der Verwaltung für Ärger gesorgt, bei den Eltern, und die Schüler waren enttäuscht“, als es so aussah, als bekäme diese Klasse nun in diesem Halbjahr gar keinen Schwimmunterricht, sagt Hoffmann.

Mittlerweile ist das Durcheinander beseitigt und den Kindern ein neues Zeitfenster für den Schwimmunterricht zugewiesen worden. „Der Knackpunkt ist doch, dass keine Kommunikation stattgefunden hat“, lautet Hoffmanns Fazit. Weder im Rathaus, wo offenbar ein neuer Mitarbeiter die Aufgaben eines anderen übernommen hat, noch zwischen Schule und der Verwaltung. Die Frage, warum aber überhaupt Rathausmitglieder zu Schulzeiten in die Schwimmhalle müssen und nicht den Nachmittag nutzen können, stellt sich dennoch.

Dass die Verwaltungsangestellten während der Arbeitszeit schwimmen gehen können und dafür laut Wahmes zwei Bahnen belegt werden, geschieht im Rahmen der Gesundheitsvorsorge der Stadt für ihre Mitarbeiter. Mit unterschiedlichen Angeboten gelingt es in Hameln offenbar, den Krankenstand vergleichsweise niedrig zu halten. „Wir ändern das aber“, sagt Wahmes letztlich über die Einsiedlerbach-Zeiten für die Kollegen. Künftig würden die nachmittags angeboten.

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