weather-image
20°
Ortsrat Scheie mit Umweltausschuss konform / Kosten: 22000 Euro / Meyer: Geht noch billiger

Äcker trocken halten ohne Natur zu gefährden

Scheie (bus). Der Ortsrat Scheie geht bei der Gestaltung der Bückeburger Niederung größtenteils mit der Vorstellung des städtischen Bau- und Umweltausschusses konform. Die von Diplomingenieur Erich Hoffmann (Ingenieurgesellschaft für Wasser- und Abfallwirtschaft, Minden) vorgestellten Planungen sehen die Verlegung eines großvolumigen Drainagerohrs vor, mit dessen Hilfe landwirtschaftliche Anbauflächen trocken gehalten werden sollen ohne das zentral gelegene Feuchtgebiet insgesamt zu entwässe rn.

Die Scheier "Twegte" bedarf nach Auffassung des Ortsrates weiter

Das im kommenden Jahr zur Realisierung anstehende Vorhaben dokumentiert den in der Niederung seit vielen Jahren anzutreffenden Interessenkonflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Während der organisierte Teil der Naturfreunde das Areal gerade wegen seines Charakters als Feuchtgebiet schätzt und schützt streben die Landwirte möglichst trockene und drainierte Wiesen und Äcker an. Die Rohrleitung bildet sozusagen den kleinsten gemeinsamen Nenner der gegensätzlichen Auffassungen. Für die jetzt favorisierte Variante - Hoffmann: "Eine pragmatische Lösung" - spricht nicht zuletzt der geringere Kostenrahmen. Eine im Vorfeld ebenfalls zur Diskussion gestellte Entwässerung der in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes liegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen durch ein neu anzulegendes Grabensystem würde mit bis zu 104 000 Euro zu Buche schlagen. Für die Rohrleitung werden 22 000 Euro kalkuliert. "Es geht aber noch billiger", erklärte Ortsbürgermeister (und Landwirt) Friedrich Meyer. Mit der Räumung bestimmter Grabenabschnitte und der Errichtung eines Stauwehrs seien vergleichbare Resultate zu erzielen. Meyer machte zudem auf unterschiedliche Auffassungen im Kreis der Naturschützer aufmerksam: "Die Umweltschützer mögen es eher nass, die Vogelschützer weniger." Baubereichsleiter Karlheinz Soppe betonte, dass alle Beteiligten in die weiteren Planungsschritte einbezogen blieben. Soppe musste beim Tagesordnungspunkt "Twegte" heftige Kritik einstecken. Seinen Ausführungen "...von vorne bis hinten ausgebessert, wieder sehr schön, der dörfliche Charakter wurde erhalten, wunderbar zu fahren" mochte Reinhard Peter in keiner Weise folgen. Der schmale Weg präsentiere sich "schlimmer wie vorher", seine Tochter nehme jetzt einen Umweg in Kauf, weil die Verbindung "nicht gut zu befahren" sei, teilte der Lokalpolitiker mit. Die Angelegenheit soll während eines Ortstermins erörtert werden. Beim Tagesordnungspunkt "Endausbau Kurze Straße" stellte der Ortsrat den Antrag, das erforderliche Geld im Haushalt 2010 zu verankern.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare