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Geschäftsleute und Hausbesitzer folgen Einladung der Stadt

70 sind dabei: "Initiative nördliche Altstadt" in Sicht

Stadthagen (ssr). Eine Quartiersinitiative für die nördliche Altstadt ist in Gründung. Das ist das Resultat einer Anliegerversammlung der Stadt am Dienstagabend im Rathaus, an der rund 70 Bürger teilgenommen haben. 20 von ihnen haben sich dabei per Handzeichen zur aktiven Mitarbeit bereit erklärt. Das erste Treffen ist für den 6. Mai geplant. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der Lage in der nördlichen Altstadt, möglichst unter Zuhilfenahme von Fördergeld aus der "Quartiersinitiative Niedersachsen" (QIN).

Immer wieder stieß der Zeigefinger von Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) energisch in Richtung Teilnehmer. Die meisten von ihnen waren Geschäftsleute oder Hausbesitzer aus dem Quartier, um das es geht: das Viereck zwischen, Echtern-, Krumme-, Niedern- und Querstraße. "Ohne Sie geht es nicht", sagte er wiederholt, und gegen Ende des zweieinhalbstündgen Treffens auch mit steigender Phonstärke. Die Stadt habe die feste Absicht, "kein Strohfeuer zu entfachen sondern nachhaltig eine mittelfristige Aufwärtsspirale zu erreichen", versicherte er. Aber: "Sie müssen mitmachen", appellierte der Bürgermeister eindringlich: "Jetzt einfach nach Hause gehen und zu sich sagen, es war ein schöner Abend und die Stadt wird es jetzt schon richten, das geht nicht." Dass die Verwaltung so stark auf ein Mitwirken der Beteiligten hinwirkt, hat zwei Hauptgründe. Zum ersten ist die Entwicklung eines Konzepts für einen zukunftsweisenden Mix aus Handel, Dienstleistung und Wohnen wegen der Besitzverhältnisse vor Ort nur zu schaffen, wenn die Eigentümer hier und da zu konkreten Veränderungen (Stichworte u.a.: Mietpreis, Bauinvestitionen) bereit sind. Dazu kommt aber zweitens, dass der angestrebte Fördertopf "QIN" die enge Kooperation von Verwaltung und privaten Beteiligten zu einer Kernvoraussetzung macht. Wirtschaftsförderer Lars Masurek erläuterte, diesem Ansatz liege die Idee zugrunde, Kräfte zu bündeln und bislang auf privater Seite ungenutzte Entwicklungspotenziale zu heben. Die Rolle der Stadt spielt sich dabei in den Bereichen Koordination, Beratung, auch finanzielle Beteiligung, ab. Masurek berichtete von "ermutigenden" Beispielen aus anderen Kleinstädten, die mit ähnlichen Ansätzen schon Erfolge errungen hätten. Obgleich während der Versammlung zunächst reichlich Kritik am Zustand der nördlichen Altstadt und an der bisherigen Rolle der Stadt (insbesondere was die Verkehrsführung angeht) geübt wurde, hoben am Ende 20 Beteiligte den Finger fürs Mitmachen. Soll die Initiative noch im laufenden Jahr in das "QIN"-Auswahlverfahren eingefädelt werden, ist große Eile geboten. Die Bewerbungsfrist läuft bereits am 2. Juni ab. "Das ist zu schaffen", machte Hellmann Mut.

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