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Entlassungsfeier der Graf-Wilhelm-Schule / 30 Realschulabschlüsse

70 Luftballons tragen die Nachricht vom Schul-Abschied ins Land

Bückeburg (bus). Die Fußball-Weltmeisterschaft und insbesondere das Abschneiden der deutschen Elf hat sich am Freitag wie ein Roter Faden durch die Entlassungsfeier-Ansprachen der Graf-Wilhelm-Schule gezogen. "Niemand hat dem Team im Vorfeld der WM etwas zugetraut", sagte Schulleiterin Dirka Rödenbeck, und im Nachhinein seien alle vom Auftritt der "Klinsmannschaft" begeistert gewesen. Diese Entwicklung sei durchaus auf die Schüler der Hauptschule übertragbar. Hartes Training, Fitness und Disziplin sowie die Bereitschaft, sich zu quälen, zeitigten mitunter zuvor von Außenstehenden nicht erwartete Erfolge.

Ralf Pönitzsch (von links), Nikolaj Nedelin, Viktoria Zimmermann

Rödenbeck, die mit selbstironischer Anspielung an den zunächst von vielen Experten als "etwas komischen Trainer" eingestuften Teamchef erinnerte, gab sich überzeugt, dass vor allen Dingen der Optimismus eine wesentliche Grundlage des Erfolgs sei. Schwächen könnten durch Leistungswillen und Zusammenhalt ausgeglichen werden. "Ich hoffe, dass wir euch genügend Handwerkszeug an die Hand gegeben haben", gab sie den Absolventen mit auf den Weg. Bürgermeisterstellvertreter Horst Schwarze appellierte an die Beharrlichkeit der Mädchen und Jungen, der für den Schulelternrat und den Förderverein sprechende Bernd Wolf - "das Spiel ist aus, das Ziel erreicht" - an die Politik, eine Schule zu schaffen, die "Kinder nicht entmutigt sondern ihre Fähigkeiten herausfordert". In der Lehrerrede merkte Andreas Schwarze an, dass - auf Weltmeisterschaftsniveau bezogen - der Grundstock der Grawi-Abgänger womöglich "nur für die Vorrunde" reiche. Dennoch sollten sie sich nicht zurückwerfen lassen. Die unter der Federführung von Inga Woltmann üppig ausstaffierte Feier hielt über einen Zeitraum von weit mehr als zwei Stunden 19 Programmpunkte parat. Eines der zahlreichen Glanzlichter war die Würdigung außergewöhnlicher Leistungen durch den Förderverein. Hervorgehoben wurden Sabrina Radke (bestes Zeugnis), Armand Groenewald (sehr gutes Zeugnis, obwohl er erst vor wenigen Jahren aus Südafrika nach Bückeburg gekommen ist), Nikolaj Nedelin (sehr gute Leistungen), Ralf Pönitzsch (gute Leistungen und sehr gutes Sozialverhalten) sowie Viktoria Zimmermann (sehr gute Leistungen). Insgesamt haben 70 Schüler die Schule verlassen. Elf gingen aus den Klassen 8 und 9 ohne Abschluss, 20 nach der Klasse 9 mit Hauptschulabschluss. Acht Schüler der zehnten Klasse hatten den Sekundarabschluss I/Hauptschulabschluss in der Tasche, 30 den Sekundarabschluss I/Realschulabschluss. Eine Schülerin sagte der Hauptschule mit dem Erweiterten Realschulabschluss adieu. Zwischen Entlassungsfeier und dem am Abend anstehenden Abschlussball ließen die jungen Leute 70 mit ihren Namen versehene Luftballons aufsteigen, die die Nachricht ihres Abschieds in alle Winde trugen.

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