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Die „Bürger-Energie Hummetal eG“ investiert in Photovoltaikanlagen in Aerzen und Emmerthal

70 Genossenschaftler setzen auf Sonnenenergie

Aerzen/Emmerthal (cb). Noch vor wenigen Wochen wollte sich die in Aerzen neu gegründete Genossenschaft „Bürger-Energie Hummetal eG“ nicht unter Zeitdruck setzen, um künftig umweltfreundlichen Solarstrom auf öffentlichen Dächern zu produzieren. Dann ging es aber zügig voran: Auf den Dächern der Turnhalle in Groß Berkel und der Hummetalsporthalle in Aerzen installieren Fachfirmen die Photovoltaikanlagen mit zusammen 60 Kilowatt Peak bei einer Investitionssumme von etwa 200 000 Euro. Und: Nächste Woche beginnt die Installation der Module in Amelgatzen, womit die Genossenschaft nun auch in der Nachbargemeinde Emmerthal tätig wird. „Das hat jetzt eine gewisse Eigendynamik entwickelt“, sagt Hartmut Hahn, Initiator und Projektleiter.

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Zumindest: Mit dem entscheidenden Datum fest im Blick, kann der Terminplan somit eingehalten werden. Bis zum 1. Juli sollen die Anlagen am Netz, außerdem beim Energieversorger und bei der Bundesnetzagentur angemeldet sein. Zu diesem Datum sollen die laut Erneuerbare-Energien-Gesetz vorgesehenen Vergütungssätze gesenkt werden. Gestern Abend befasste sich damit der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Der Bundestag möchte die aus seiner Sicht eingetretene Überförderung der Solarenergie abbauen und die Preise für Strom aus Anlagen auf Gebäuden um 16 Prozent absenken. Aus Sicht des Bundesrates gefährdet das Gesetz in der aktuellen Fassung den Produktions- und Forschungsstandort für Photovoltaik in Deutschland und stellt die nationalen Klimaschutz- und Ausbauziele für erneuerbare Energien in Frage – die Einspeisevergütung solle deshalb zum 1. Juli für Strom aus Hausdachanlagen um höchstens zehn Prozent verringert werden. „Das ginge in Ordnung“, meint Hartmut Hahn, dass in dieser Größenordnung immer noch die Wirtschaftlichkeit gegeben sei. „Bei 16 Prozent Kürzung wird es aber hart.“

Doch für die ersten drei Anlagen kann die Genossenschaft „Bürger-Energie Hummetal eG“ noch mit der vollen Förderung rechnen. Gute Vorarbeit und Planung machten es möglich. Schon längst lagen die Angebote und das Material vor. „Das haben wir Zug um Zug vorbereitet“, sagt Hahn, der zumindest für die Anlagen in Groß Berkel und Aerzen noch gute Konditionen aushandeln konnte. Kaum waren die Pachtverträge mit der Gemeinde unterschrieben, wurden am nächsten Tag schon die Aufträge an zwei Hamelner Firmen erteilt. Den Ansturm vieler Investoren, die noch vor dem 1. Juli Photovoltaikanlagen installieren wollten, bekamen dann auch die heimischen Genossenschaftler aus Aerzen und dem gesamten Landkreis zu spüren, wie Hahn berichtet. Doch: Es hat alles trotz einiger Probleme geklappt, so dass ab der kommenden Woche die Technik auf der Sporthalle in Amelgatzen installiert werden kann.

Und damit kann die Genossenschaft ihre Arbeit auf die Nachbargemeinde ausweiten, nachdem inzwischen mehrere Emmerthaler sich dem Projekt angeschlossen haben. Seit der Gründungsversammlung Ende April stieg die Zahl der Genossenschaftler von 51 auf rund 70, wobei die Summe des Eigenkapitals auf knapp 250 000 Euro angewachsen ist. Zwar verspricht das finanzielle Engagement durchaus eine attraktive Rendite, doch ist dies nach Einschätzung von Hahn für die meisten eher zweitrangig. Überwiegend energiepolitische Aspekte seien ausschlaggebend, sich an der Bürgersolaranlage zu beteiligen, lautet seine Erfahrung. Und: Der Diplom-Ingenieur geht davon aus, dass sich der Wachstumskurs der Genossenschaft fortsetzen wird. „Wir haben einige Projekte, die wir realisieren wollen, zunächst zurückgestellt“, berichtet Hahn. Als nächstes Objekt sei vorstellbar, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grundschule Aerzen zu installieren.

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  • Ideale Bedingungen bietet das Flachdach der Hummetalsporthalle in Aerzen für die Photovoltaikanlagen. Foto: pr

Ebenfalls vor dem 1. Juli ans Netz gehen soll die Anlage auf der Turnhalle in Groß Berkel.

Foto: Dana

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