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Weserstadt erhält zwar nicht die angestrebte neue Fachhochschule, bekommt aber einen Zuschlag

500 weitere Studienplätze stärken Minden

Minden (mt). Für Bürgermeister Michael Buhre ist es "eine kleine Sensation". Für den Dekan der Fachhochschule Bielefeld, Abteilung Minden, Prof. Hans-Georg Gülzow, "eine kluge Entscheidung des Ministeriums". Der Fachhochschul-Standort Minden wird mit 500 zusätzlichen Studienplätzen gestä rkt.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung gab jetzt in Düsseldorf ihre Entscheidung bekannt, wo in den kommenden Jahren insgesamt 11 000 neue Studienplätze an Fachhochschulen geschaffen werden sollen. Dafür gründet das Land drei neue Fachhochschulen und baut acht bestehende Fachhochschulen aus, zum Teil an neuen Standorten. Der Kreis Minden-Lübbecke und die Stadt Minden hatten sich mit Unterstützung der zehn übrigen Mühlenkreis-Kommunen und der heimischen Wirtschaft dafür stark gemacht, den Zuschlag für eine der neuen Fachhochschulen zu erhalten. Doch neue Fachhochschulen mit je 2500 Studienplätzen will das Land nun mit der Fachhochschule Hamm-Lippstadt (Standorte Hamm und Lippstadt), der Fachhochschule Nördlicher Niederrhein (Kleve und Kamp-Lintfort) sowie der Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet (Mülheim und Bottrop) deutlich südwestlich des Mühlenkreises bauen. Weitere 2500 neue Studienplätze werden an acht bestehenden Fachhochschulen geschaffen. Die Fachhochschulen Bielefeld am Standort Minden (500), Aachen (500) und Münster (200) werden an den bestehenden Standorten ausgebaut. Die Fachhochschulen Bochum in Velbert/Heiligenhaus (300) und die FH Köln in Leverkusen (500) gründenneue Abteilungen. Neue Studienangebote werden unter anderem auch in Warburg (FH Ostwestfalen-Lippe, 100 Plätze) errichtet. Die Entscheidung der Landesregierung wurde auf der Basis der Empfehlungen einer von Staatssekretär a.D. Dr. Fritz Schaumann geleiteten Jury getroffen. Ausgeschrieben worden war die Initiative erst Ende Mai dieses Jahres, was die Bewerber unter starken Zeitdruck setze. Die neuen Studienplätze werden hauptsächlich in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) geschaffen. Ein entscheidendes Kriterium für die Standort-Auswahl war neben dem Bedarf an Studienplätzen in den Regionen die Zusage der Wirtschaft, sich für duale Studiengänge zu engagieren. Hier konnte der Mühlenkreis seine Stärke beweisen. In den vergangenen Wochen hatten heimische Unternehmen für die kommenden vier Jahr Zusagen für 700 Ausbildungsplätze mit dualem Studium gemacht. Da das Studium dabei mit einer Berufsausbildung kombiniert wird, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen notwendig. "Das ist ein großer Erfolg für die Region", kommentierte Landrat Dr. Ralf Niermann die Entscheidung des Innovationsministeriums. "Ich freue mich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bielefeld zum Ausbau des Standortes Minden. Wir alle, die wir uns für die Stärkung der Region eingesetzt haben, waren von Anfang an überzeugt, dass der Kreis ein idealer Standort ist, auch wenn wir jetzt keine eigene Fachhochschule bekommen." Das größere Angebot an Studienplätzen ziehe dringend benötigte Fachkräfte an und halte sie in der Region, so Niermann weiter. Der Kreis bringe ideale Voraussetzungen mit durch seine verkehrsgünstige Lage und vor allem die junge Bevölkerungsstruktur. Auch Bürgermeister Michael Buhre zeigte sich sehr zufrieden. "Das ist eine kleine Sensation", reagierte er auf die Nachricht aus Düsseldorf. "500 zusätzliche Studienplätze bedeuten vor allem auch zusätzliche Sicherheit für den Studienstandort Minden." "Wir sind erleichtert, dass sich die durch den nicht abgestimmten Antrag drohende Konkurrenzsituation nicht konkretisiert", reagierte der Mindener FH-Dekan Gülzow und erinnerte dabei an die Missstimmung, die sich zwischen der Fachhochschule und dem Kreis Minden-Lübbecke, sowie der Stadt Minden ergeben hatte, nachdem sich die FH durch die Bewerbungsaktivitäten des Mühlenkreises "überfahren" fühlte. Jetzt aber sei eine gute Entscheidung für Minden und für den bestehenden Standort (rund 650 Studierende) der Fachhochschule Bielefeld in der Weserstadt getroffen worden, erklärte er: "Die vorhandenen Strukturen werden gewürdigt und gestärkt."

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