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NDR Plaza-Festival ist zum Mega-Burner geworden / Rock, Pop und Schlager begeistern die Massen

45 000 Fans lassen an drei Tagen die Plaza glühen

Hannover Concerts-Chef Wolfgang Besemer lag am Freitag mit seiner Prognose fast richtig, denn die dreitägige NDR Plaza-Sause lockte letztendlich 45 000 Menschen auf das ehemalige Expo-Gelände. Besemer geht davon aus, dass die zehnjährige Vereinbarung sicher in die Verlängerung geht. Mit der Parkbühne, der Expo-Plaza, der AWD-Arena und dem Messegelände habe man vier Größenordnungen für Open-Air-Festivals aller Art.

Silbermond kurz vor ihrem bejubelten Auftritt auf der Plaza. Von

Den Auftakt am Eröffnungstag gestaltete die Band Sunrise Avenue, die trotz im Flieger festgehaltenen Instrumenten auf Leihgitarren mit „Fairytale Gone Bad“, „Forever Young“ und natürlich „Welcome To My Life“ die Fans von Anfang an in Partylaune versetzten. Dass man auf der Insel Föhr auch durchaus etwas Sinnvolles machen kann, bewiesen Stanfour, die mangels Freizeitaktivitäten wohl die Idee hatten, einen Keller zum Proberaum umzufunktionieren, um später zu einer der angesagtesten deutschen Bands zu werden. So oder so ähnlich könnte (!) die Idee zu Songs wie „Four The Lovers“ oder „Wishing You Well“ entstanden sein. Wie auch Sunrise Avenue, war auch Kim Wilde bereits vor drei Jahren dabei. Und so feierten die Fans nicht nur ihre Klassiker wie „Chequered Love, „You Came“ und „Kids In America“, sondern auch Coversongs von Depeche Mode (Enjoy The Silence) und Erasures „A Little Respect“. Zum Abschluss kam mit den Simple Minds noch eine absolute Kultband der 80-er, die vor allem mit ihren Songs aus der Vor-„Don’t You“-Ära brillierte. „Someone Somewhere“, „Waterfront“ sind und bleiben Perlen der 80’er Britpop-Ära. Aber natürlich durften auch die 90-er-Klassiker wie „See The Lights“ und „Mandela Day“ nicht fehlen, ehe Jim Kerr mit 16 000 Fans „Don’t You“ singen konnte. Wunderte man sich zunächst, wo die Expo-eigene Zeltbühne geblieben ist, so betonte Wolfgang Besemer diesbezüglich, dass die erstmalig aufgebaute Bühne den Fans wesentlich gerechter wird, da sie höher stehend eine viel bessere Sicht biete. Das Dach der alten Bühne war ja bekanntlich im Winter durch die Schneemassen eingestürzt.

Was am Freitag so verheißungsvoll begann, wurde einen Tag später noch einmal locker getoppt. Fast 20 000 Menschen standen dicht gedrängt vor der Bühne und feierten mit Milow, Silbermond, Xavier Naidoo, The Knights und „special guest“ Johannes Oerding einen berauschenden Abend.

Vom „N-JOY Band Battle“ direkt auf die große Plaza-Bühne – The Knights aus Hamburg haben es geschafft und überzeugten mit einer wohl dosierten Mischung aus Indie, Rock, Pop und Elektro.

Sunrise Avenue-Shouter Samu Haber bei „Forever Young&ldquo
  • Sunrise Avenue-Shouter Samu Haber bei „Forever Young“.
Pressefreundlich und immer gut bei Laune – Schlager-Titan
  • Pressefreundlich und immer gut bei Laune – Schlager-Titan Bernhard Brink.
Helene Fischer küsste schon am Spätnachmittag das Publikum wach.
  • Helene Fischer küsste schon am Spätnachmittag das Publikum wach.
Bei der N-JOY-Fete platzte die Plaza aus allen Nähten. 20 000 fe
  • Bei der N-JOY-Fete platzte die Plaza aus allen Nähten. 20 000 feierten Silbermond mit ihrer Fronfrau Stefanie Kloß.
Sunrise Avenue-Shouter Samu Haber bei „Forever Young&ldquo
Pressefreundlich und immer gut bei Laune – Schlager-Titan
Helene Fischer küsste schon am Spätnachmittag das Publikum wach.
Bei der N-JOY-Fete platzte die Plaza aus allen Nähten. 20 000 fe

Was für eine Stimme, was für eine Performance – „Rohdiamant“ Johannes Oerding bewies beeindruckend, dass er mit seinem deutschen Pop/Soul nicht nur bei den Fans „Erste Wahl“ ist – auch Kollegen wie Udo Lindenberg und Roger Cicero schwärmen von den Gesangsqualitäten des Wahl-Hamburgers in den höchsten Tönen. „Aayooh I’m tired of using technology“ klang es aus 20 000 Kehlen, die mit Milow seinen bis dato größten Hit sangen. Textsicher waren die Fans auch bei „You Don’t Know“ des Belgiers, der in seiner Heimat zu den Superstars gehört.

Ja, sie hat es wieder getan – die Silbermond-Steffi – sich auf Händen von den Fans über die Plaza tragen zu lassen – so, als wäre „Nichts passiert“. Es war wieder ganz großes Kino, was Stefanie Kloß, Johannes Stolle, sein Bruder Thomas und Drummer Andreas Nowak auf der Plaza boten. Nach dem Motto „Tanz aus der Reihe“, wurden eben mal zehn Fans auf die Bühne geholt, von denen sich einer als „Der perfekte Performer“ bewies und Frontfrau Steffi für kurze Zeit fast ins Abseits stellte. „Symphonie“, „Irgendwas Bleibt“, „Das Beste“ – noch immer dringen die Silbermond-Hymnen tief in die Herzen des Publikums.

„Alles kann besser werden“ sang Xavier Naidoo um 22.00 Uhr in den beleuchteten Himmel – so richtig ist ihm das aber nicht gelungen – zu hoch lag die vorgegebene Messlatte von den Monden. Doch der hochdekorierte Mannheimer legte ebenfalls einen bravourösen Auftritt aufs Parkett, holte die Fans mit Titeln wie „Ich brauche dich“ oder „Gib dich nicht auf“ wieder „ans Licht“.

Der letzte Tag des Plaza-Festivals war auch zugleich der heißeste – und das nicht nur wegen Helene Fischer und Andrea Berg. Gefühlte 30 Grad machten die NDR 1-Schlager-Party zum bis dato heißesten Event des Jahres. „Heute treten die beiden erfolgreichsten Ladies des Schlagers auf der Expo-Plaza auf. Müssen wir uns auf einen Zickenkrieg einstellen oder geht alles gut?“, witzelte Moderatorin Kerstin Werner zu Beginn der Show und schickte mit gleichem Atemzug als Opener Destivo auf die Bühne, gefolgt von Schlager-Titan Bernhard Brink, der ein wahres Hit-Feuerwerk entzündete. Mary Roos genoss das Bad in der Menge und bei Super-Schlager-Schnuckelchen Helene Fischer fühlte sich das Publikum „Mitten im Paradies“. Der smarte Newcomer Gerrit Winter und die Partyband Fantasy überzeugten ebenso wie Tony Christie, der das Hannoversche Publikum fragte: „Is This The Way To Amarillo?“. Das I-Tüpfelchen auf die drei tollen Tage setzte Andrea Berg. Da wo sie sich jetzt befindet, möchten viele Schlager-Interpretinnen noch hin – Helene Fischer ist dabei auf dem besten Weg die Schlager-Göttin vom Thron zu schubsen.

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