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„Wir sind Helden“ rocken die AWD-Hall / Publikum legt Wert auf gute Texte

3500 begeisterte Fans erleben einen heldenhaften Abend

„Licht aus! Whom! Spot an! Yeah! - da steht sie nun und begrüßt mit einem freundlichen, fast schüchternen Lächeln die jubelnde Menge – Judith Holofernes, Dreh- und Angelpunkt der Gruppe „Wir sind Helden“.

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Stolz ist sie, auf ihre Ukulele, die an diesem Abend aber nur bei einem kurzen Cover von Alphavilles „Forever Young“ zum Einsatz kommt und den eigentlichen Opener „The Geek“ einläutet. Als Verstärkung haben sich die heldenhaften Vier mit Jörg Holdinghausen und Francesco Wilking noch zwei Mitglieder der befreundeten Band Tele mitgebracht.

Nach „Von hier an blind“ folgt der Song „Ist das so?“, in dem es um die starren Regeln in unserer Gesellschaft geht. Holofernes ist bekannt für ihre konsum- und medienkritischen Texte, die sich in vielen ihrer Lieder widerspiegeln.

„Bring mich nach Hause, ich bin schon zu lang hier draußen“ - die gebürtige Berlinerin singt mit viel Gefühl „Bring mich nach Hause“, einen Song, der von Sehnsucht und Reiselust, aber auch von der Freude über die Heimkehr handelt. „Meine Stimme gegen dein Mobiltelefon, meine Fäuste gegen eure Nagelpflegelotion“ - Holofernes gibt Gas, stichelt gegen die Konsumgesellschaft und thematisiert das Thema Liebe bei „Aurelie“ mit einem Augenzwinkern.

Dass die Frontfrau bekanntlich Fragen aus ihrem Privatleben ausweicht, ist bekannt, als vor Kurzem eine PR-Agentur die Band für eine Werbekampagne der „Bild“ gewinnen wollte, fiel die Antwort der 34-Jährigen jedoch eindeutig aus: „Wir haben der Bild bis dato jede Zusammenarbeit verweigert – und das wird auch weiter so bleiben“.

Ein kurzer Gruß an die Familie Tourette, die inmitten des Publikums den Auftritt der Band verfolgt. Jean-Michel Tourette drückt die Tasten bei den Helden und lebt mit seiner Familie in Hannover.

Judith Holofernes hat mit dem Schlagzeuger Pola Roy zwei Kinder, die meistens auch mit auf Tour sind und von einem Babysitter betreut werden.

„Das funktioniert, aber es war nicht immer so. Insbesondere während der Studioarbeiten stand ich mehrmals kurz vor einem Burnout. Letztendlich bin ich froh, dass wir mit der Doppelbelastung doch noch gut fertig geworden sind“, erklärte die Sängerin vor Kurzem in einem Interview.

Als Zugabe „Nichts, was wir tun könnten“ und „Die Nacht“ – auch Helden müssen schlafen gehen – ansonsten gab es auch dieses Mal nicht zu „reklamieren“.

Judith Holofernes ist Dreh- und Angelpunkt der Band „Wir sind Helden“.

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