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Erforschung der Glashütte Klein Süntel wird fortgesetzt / Förderung durch Bingo-Umweltstiftung

30 000 Euro für weitere Grabungen

Rechtzeitig zum Jahresende die Nachricht, die das Forum Glas optimistisch stimmt: Die Bingo-Umweltstiftung wird durch ihre Förderung die Fortsetzung der Ausgrabungen auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte Klein Süntel ermöglichen. Bis zu 30 000 Euro werden im kommenden Jahr bereitgestellt.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Bad Münder. Rechtzeitig zum Jahresende die Nachricht, die das Forum Glas optimistisch nach vorne blicken lässt: Die Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung wird durch ihre Förderung die Fortsetzung der Ausgrabungen auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte Klein Süntel ermöglichen. Bis zu 30 000 Euro werden im kommenden Jahr bereitgestellt, damit Archäologen die Struktur des außergewöhnlichen Bauwerks weiter erkunden können.

Von den Verantwortlichen des Forum Glas ist die Mitteilung aus Hannover mit großer Begeisterung aufgenommen worden. Der Vorsitzende Hermann Wessling schreibt die – neuerliche – Förderzusage der Wirkung der Abschlusserklärung der Glasarchäologen im vergangenen August zu.

Im Anschluss an eine Grabungswoche mit Studenten der britischen Universität Cranfield war die Elite der deutschen und europäischen Glasarchäologie und Glashüttenforschung zu einem dreitägigen Symposium an den Süntel gekommen. Die Experten hatten sich einen Überblick über den Stand der Grabungen verschafft und empfohlen, die Arbeit am Projekt „unbedingt fortzusetzen“, weil dadurch Erkenntnisse zu Funktionsweisen und Binnenstrukturen gewonnen werden können, die bislang deutschland- und europaweit unzureichend seien. Auch für die Regionalgeschichte und touristische Bedeutung wäre eine Fortsetzung wünschenswert, so ihr vFazit.

Für Wessling und seine Mitstreiter war die Feststellung der Fachleute Ansporn und Verpflichtung – sie stellten einen Förderantrag an die Bingo-Stiftung, die bereits die Exploration des Areals 2012, eine Testgrabung 2013 und die Ergänzungsgrabung in diesem Jahr unterstützt hatte. „Nur durch diese Förderung war es überhaupt möglich, so weit zu kommen“, sagt Wessling. Mit Unterstützung der englischen Studenten, die in Klein Süntel ein Modul ihres Studiums absolvieren konnten, war eine verhältnismäßig günstige Grabung möglich. Dabei erwiesen sich Wesslings familiäre Bindungen mehr als hilfreich: Sein Sohn Roland, forensischer Archäologe und Dozent der Universität Cranfield, bot Studenten die praktische Grabungserfahrung in Klein Süntel an. und wirkte auch selbst maßgeblich mit. Roland Wessling will die Unterstützung durch die britische Universität auch weiterhin ermöglichen, sieht aber auch die Notwendigkeit einer umfangreicheren Untersuchung, als sie durch die Studententeams möglich wäre. Um das Gelände genau zu untersuchen, muss flächendeckend gegraben werden – Strukturen des Bauwerks sollen dabei weiter erforscht werden, der Bautyp untersucht und die Gesamtkonstruktion sichtbar und auch erfahrbar freigelegt werden. Diese Aufgabe wird deutlich mehr Zeit erfordern, als bislang vor Ort auf die Grabungen verwendet werden konnte – der bisherige Grabungsleiter Roland Wessling übergab daher jetzt zentrale Unterlagen an Dr. Peter Steppuhn, der das Projekt künftig leiten soll. Hermann Wessling ist froh, mit Steppuhn einen der ausgewiesenen Experten an Bord holen zu können und gleichzeitig die für die Förderung wichtige Vernetzung mit deutscher Fachwissenschaft sicherzustellen.

„Wir begrüßen es, dass nun alle bisher erarbeiteten Ergebnisse in einer Gesamtschau ausgewertet werden, um daraus Schlüsse für das weitere Vorgehen zu ziehen. So besteht beispielsweise bereits für die Anschlussphase die Idee, das Gelände mit einer Stahl-Glas-Konstruktion zu überbauen und dauerhaft für Interessierte zugänglich zu machen“, erklärt Karsten Behr, Geschäftsführer der Bingo-Umweltstiftung, die Förderzusage.

Zusätzlich zum Bingo-Engagement hat das Forum Glas auch bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz einen Förderantrag gestellt und hofft auch auf Unterstützung aus Bonn. Denn dass für das Projekt Geld benötigt wird, ist den Beteiligten in Bad Münder klar. In drei Phasen von April bis Dezember soll gearbeitet werden. Gleich zu Beginn des neuen Jahres will Hermann Wessling den Kontakt mit Stadt und Landkreis intensivieren: „Das Projekt bekommt jetzt eine andere Dimension.“

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