weather-image
26°
Röcker Maschinenbauer in der Insolvenz

28 Arbeitsplätze bei Deerberg auf der Kippe

Bückeburg/Röcke (rc). Der Röcker Maschinenbauer Rolf Deerberg GmbH hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht eröffnete gestern das vorläufige Insolvenzverfahren. Zum Insolvenzverwalter wurde der Mindener Rechtsanwalt Stephan Höltershinken bestellt. 28 Arbeitsplätze steh en auf der Kippe. Für sie wurde bereits Insolvenzausfallgeld bei der zuständigen Arbeitsagentur beantragt. Weder die November- noch die Dezembergehälter wurden bisher gezahlt. In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Höltershinken optimistisch, das Unternehmen und damit auch die Arbeitsplätze retten zu können:"Es sieht gut aus - wenn die Kunden bei der Stange bleiben."

Und nach ersten Gesprächen sieht es gut aus, dass die Kunden dem Unternehmen die Treue halten. So wurde - trotz der vorläufigen Insolvenz - noch ein neuer Auftrag erteilt. Andere bestätigten ihre getätigten Aufträge. Die Auftragslage sei gut, sagte Höltershinken nach einer ersten Analyse der Bücher und Geschäftszahlen. Das Problem sei, dass der Maschinenbauer einen Auftrag "hoch defizitär" abgeschlossen habe. Mindestens eine halbe Million Euro Verlust soll das Unternehmen mit diesem Auftrag gemacht haben. Die Maschine läuft bis heute nicht. "Der größte Auftrag der Unternehmensgeschichte, an dem sich die Firma verschluckt hat", wertete Höltershinken. Die Produktion in Röcke wird weiterlaufen, wie der Insolvenzverwalter weiter sagte. Seitens der Hausbank, einem Geldinstitut aus Schaumburg, wurde eine Massekredit zur Verfügung gestellt, mit dem die wichtigsten Rechnungen beglichen werden können. Auf einer Versammlung wurde die Belegschaft über die Lage des Maschinenbauers informiert. Er habe den Eindruck gewonnen, dass die Belegschaft hinter ihrem Unternehmen steht und mitziehen wird, sagte Höltershinken. Wie er weiter sagte, rechnet er damit, dass er das vorläufige Insolenzverfahren bis Ende Januar kommenden Jahres abschließen kann. Es gebe auch bereits einen Übernahmeinteressenten. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei es aber zu früh, darüber zu sprechen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen im Röcker Gewerbegebiet einen Umsatz von knapp sechs Millionen Euro. Deerberg stellt Sondermaschinen für Handling-Systeme im Bereich von Verpackungen und Lebensmitteln her. Spezialität der Firma ist das Ultraschall-Schweißen. Erst Ende 2005 hatte sich Unternehmensgründer Rolf Deerberg teilweise aus seinem Unternehmen zurückgezogen und die Unternehmensgeschicke in die Hände eines jüngeren Nachfolgers gelegt.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare