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"Bauerngut"-Großspende für die Feuerwehr / Schadenssumme steigt auf 100 Mio. Euro / Teilabriss

19 000 Euro sollen defekte Ausrüstung ersetzen

Bückeburg (thm). Das Dankeschön hat's gleich mehrfach in sich: Mit einem Scheck in Höhe von sage und schreibe 19 000 Euro hat sich "Bauerngut" bei Feuerwehr und Stadt Bückeburg für den "hervorragenden Einsatz" am 12. September bedankt. Wie berichtet, war damals bei einem Großbrand ein immenser Sachschaden entstanden; ein Leiharbeiter aus Polen war ums Leben gekommen.

Bauerngut-Geschäftsführer Andreas Lücke (v.r.) bedankt sich bei

"Wir machen das gerne, sie sollen auf ihrem Teil des Schadens nicht sitzen bleiben", erläuterte Bauerngut-Geschäftsführer Andreas Lücke, die Verbundenheit seines Unternehmens mit der Region betonend, die Motivlage für diese Spende. Besonders die Umsicht und Ruhe der Feuerwehrführung bei dem schwierigen Nachteinsatz habe ihn beeindruckt. "Ohne Sie wäre das Ausmaß des Schadens sicherlich erheblich höher gewesen", hörte Stadtbrandmeister Dirk Hahne ein persönliches Lob aus dem Mund des Geschädigten. Apropos Schaden: Lücke beziffert den Bauerngut entstandenen Gesamtschaden jetzt mit 100 Millionen Euro. Inzwischen sei entschieden worden, etwa ein Drittel des Gebäudekomplexes abzureißen und neu aufzubauen. Zwar ließe sich vieles dessen, was durch Rauchgase kontaminiert sei, tatsächlich auch sanieren. In dem sensiblen Bereich der Fleischproduktion wolle man darauf jedoch bewusst verzichten und stattdessen die in Mitleidenschaft gezogenen Bereiche neu aufbauen. Lücke kündigte den Abriss für den Monat Januar 2009 und die Fertigstellung des Neubaus für den Herbst 2009 an. Bürgermeister Reiner Brombach, der mit Heinz Niemeier vom Fachbereich Ordnungswesen und Stadtbrandmeister Dirk Hahne den Spendenscheck entgegennahm, dankte Bauerngut und Lücke für die "ganz und gar nicht selbstverständliche Hilfe". Der Brandschutz sei zuvorderst Aufgabe der Kommunen, und Bückeburg sei natürlich bereit, sich dieser Aufgabe zu stellen. Dennoch sei der Feuerwehr beim Einsatz an der Fleischfabrik erheblicher Schaden an der Ausrüstung entstanden - vor allem durch unbrauchbar gewordene Schutzkleidung. "Ihre Spende ersetzt davon nun den allergrößten Teil - das ist aller Ehren wert", lobte Brombach. Und vergaß nicht, in dieses Lob auch die Feuerwehr einzuschließen. Womit der schon angesprochene Stadtbrandmeister Dirk Hahne das Wort hatte, der das Lob gleich an die Mannschaftsgrade durchreichte: "Ich habe nur die Mütze auf, muss solche Einsätze strukturieren. Brandbekämpfung ist aber Teamarbeit. Und unsere Mannschaft hat - bei allem Glück, das wir in dieser Nacht auch hatten - mit Bravour gekämpft." Hahne betonte auch die gute Zusammenarbeit mit Bauerngut selbst ("Da waren nachts Entscheidungen von erheblicher Tragweite zu treffen") und mit dem Ordnungsamt. Als nach mehrstündigem Einsatz die Schutzkleidung auszugehen drohte, hätten sich Heinz Niemeier und sein Team "dahintergeklemmt", dass Nachschub rechtzeitig eintraf - aus Dänemark!

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