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Schlossparke-Lärche wird zum Sicherheitsrisiko - und deshalb gefällt

1785 von Fürstin Juliane gepflanzt, gestern vom Stahlseil umgeworfen

Bückeburg (aj). Nach fast 222 Jahren musste die alte Schlosslärche am "Tintenfass" genannten Teich des Schlossgartens nun doch gefällt werden. Der bereits seit etlichen Jahren tote Baum war zu rund einem Drittel seines Durchmessers von Pilzen zerfressen. Der 40 Meter hohe Riese diente aber den Spechten noch als Nahrungsquelle sowie dem übrigen Baumbestandals Blitzableiter.

Bereits mit Fellkeil versehen und von hinten angesägt, wartet di

"Das Risiko, dass Spaziergänger bei den kommenden Frühjahrstürmen von herunterfallenden Ästen verletzt oder sogar vom ganzen Baum erschlagen werden, wird aber nun zu groß", sagte Schlossverwalter Alexander Perl schon bei der letzten Parkbegehung. Zweimal im Jahr nimmt die Schlossverwaltung den gesamten Baumbestand - einmal mit, einmal ohne Grün - unter die Lupe, um Gefahren für Parkspaziergänger weitestgehend auszuschließen. Das Ausmaß des Pilzbefalls im Innern des Baums wurde bereits beim Aussägen des Fällkeils deutlich, der die Fallrichtung des Baums vorgibt. "Der Baum ist schon ganz verfault", sagt Landschaftsgärtner Dirk Häfemeier. Und deutet auf die humusartige Masse im Innern, wo einst das Kernholz saß. Umüberhaupt noch die Fallrichtung bestimmen zu können, geht ohne eine 50 Meter lange Stahltrosse der Traktorwinde nichts mehr. Erst als der Baum gesichert ist, beginnt Dirk Häfemeier, die Rückseite der Lärche anzuschneiden. Immer wieder muss er seine Arbeit unterbrechen, um Keile in die Rückseite zu schlagen, damit sich die Kette der Motorsäge in dem 130 Zentimeter starken Baum nicht festfrisst. Der Schlossgärtner tritt zurück und gibt dem Traktorfahrer ein Zeichen. Bereits ein kurzer Zug an der Winde genügt, und der Baum fällt mit einem hellen, ohrenbetäubenden Krachen um. "An dem hellen Ton kann man heraushören, wie trocken der Baum bereits war", weiß Perl.

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