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Heinrich Hölscher hört nach fast 30 Jahren als Leichtathletik-Trainer des MTV Messenkamp auf

Zwei Jahre früher als geplant im Ruhestand

Leichtathletik. Eigentlich wollte er erst aufhören, wenn er 80 wird – jetzt hat Heinrich Hölscher aber doch schon zwei Jahre früher als geplant seinen Abschied als Trainer beim MTV Messenkamp genommen. Kurz vor Weihnachten leitete er die letzte Übungsstunde. Eine gehörige Portion Wehmut war dabei. „Ich kenne die Athleten ja von klein auf und weiß, was bei einigen noch drinsteckt.“ Rauskitzeln müssen das jetzt aber andere. Aus gesundheitlichen Gründen ist Schluss für Hölscher – nach fast 30 Jahren.

Der Mann mit der markanten Frisur hört auf: Heinrich Hölscher bei seinem letzten Training mit dem Leichtathletik-Nachwuchs des M

Autor:

Jan-Erik Bertram

1981 übernahm Hölscher in Messenkamp die Leichtathletik von Karl-Heinz Anderten. Zu der Zeit war er schon fast 30 Jahre ehrenamtlich beim MTV aktiv gewesen: „Ich habe 1952 die Fußballabteilung mitgegründet“, erzählt Hölscher, der 1974 die goldene Ehrennadel des NFV erhielt. Aktiver Leichtathlet war er bis zu seinem 20. Lebensjahr. Sprung und Sprint waren seine Disziplinen, die 100 Meter lief er in 11,5 Sekunden, im Hochsprung schaffte er 1,65 Meter – das reichte für den einen oder anderen Kreismeister-Titel.

Größere Erfolge feierte er als Trainer. Sein größter: 1995 wurde die von ihm trainierte Christiane Meyer mit übersprungenen 1,87 Metern Deutsche Juniorenmeisterin. Später brachte er auch Ulf-Gerrit Pilz zu nationalen Titelkämpfen, wenn auch nicht zu einer Medaille. „Für mehr Erfolge hätte ich noch viel mehr machen müssen“, sagt Hölscher. Er hat aber auch so genug Zeit investiert. Viereinhalb Stunden Training in der Woche „war noch das wenigste“, erzählt er. Dazu kamen die vielen Stunden am Wochenende bei den Wettkämpfen („Ich war immer der erste und der letzte“). Und wenn kein Wettkampf anstand, „ging‘s mit den Athleten auch mal sonntagmorgens in den Wald“, berichtet Hölscher.

Als Achtjähriger verlor er seinen Vater, „wir mussten uns als Familie durchschlagen“, sagt er. Damals entwickelte er wohl den Ehrgeiz, der ihn auch als Sportler und Trainer auszeichnete – und den er auch seinen Schützlingen beim MTV immer zu vermitteln versuchte: „Disziplin, Zuverlässigkeit, Ehrgeiz – das brauchen die Kinder alles im späteren Leben.“ Der Spaß kam dabei im Training nie zu kurz, „aber wenn es sein musste, habe ich die Kinder auch mal zusammengestaucht – zu gewissen Zeiten muss man eben anziehen“.

Viele Übungsleiter bemängeln, dass den Jugendlichen heute der Biss fehlt. Hölscher hatte damit nie Probleme. „Wenn die Kinder da sind, sind sie auch begeisterungsfähig“, sagt er, „aber man muss sie auch ansprechen, dafür braucht man Zeit.“ Weil die vielen Ehrenamtlichen fehlt – etwa auch Hölschers Nachfolger Christian Hunschke –, wird man den drahtigen Senior mit der markanten Sturmfrisur auch noch häufiger auf den Sportplätzen der Region antreffen, denn „einige Wettkämpfe werde ich noch begleiten“, sagt er. Vielleicht erlebt er dann doch noch den einen oder anderen Erfolg hautnah mit. Potenzial sieht er, etwa bei Hochspringern Aliah Scheffler: „Die Technik hat sie drauf, ihr fehlt nur etwas Selbstbewusstsein. Hätte ich die noch zwei Jahre unter meinen Fittichen – 1,60 Meter würde sie garantiert schaffen.“

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