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Gestorfs scheidender Coach Thorsten Gottschalk zieht nach dem letzten Heimspiel Bilanz

„Zum Teil war ich ganz schön angefressen“

Fußball (jab). Ein Spiel steht noch aus, dann tritt Thorsten Gottschalk, Urgestein des TSV Gestorf, als Trainer des Herrenteams ab, seinen Posten übernimmt Sven Mertens. Das letzte Heimspiel hat Gottschalk am Sonntag hinter sich gebracht. Mit einem 2:2 gegen Laatzen haben such die Gestorfer dabei den Klassenerhalt gesichert – immerhin ein Lichtblick nach einer insgesamt enttäuschenden Saison.

Thorsten Gottschalk. Foto: jab

Herr Gottschalk, Sie hatten sich eigentlich mehr vorgenommen, als den Klassenerhalt.

Wir wollten oben angreifen, davon waren wir aber weit weg. Jetzt sind wir froh, dass wir nicht noch in ganz große Abstiegsnöte geraten sind. Die Saison war geprägt von vielen Verletzungen, wie dem Wadenbeinbruch von Dominik Zobel in der Winterpause. Dann der Abgang von Heinrich Eicke nach Eldagsen – das waren alles Dinge, die für einen kleinen Verein schwer zu kompensieren sind.

Dennoch steckt doch genug Potenzial in der Mannschaft, um zumindest im sicheren Mittelfeld zu stehen.

Natürlich, wir können nicht alles auf die Verletzungen schieben. Die Spieler haben nicht immer die Leistung gezeigt, die ich mir erhofft hatte.

Das war schon in der vorigen Saison so. Haben Sie mal daran gedacht, die Brocken hinzuschmeißen?

Ich war als Spieler schon immer eher der Kämpfertyp. Wenn es schlecht läuft, sage ich mir: Ärmel hochkrempeln und weiter. Aber in dieser Saison war ich zum Teil schon ganz schön angefressen und habe mich gefragt: Warum tue ich mir das an? Wenn man sieht, was teilweise abgeliefert wurde...

...zum Beispiel beim Pokal-Aus in Mittelrode...

Das war ein Musterbeispiel. Aber auch unsere 3:4-Niederlage in Grasdorf – und die stehen ja nicht umsonst am Tabellenende.

Aber es war nicht alles schlecht, oder?

Nein, die Kameradschaft ist in Ordnung. Aber es ist eben nicht mehr so wie früher, dass Fußball bei den Leuten im Vordergrund steht. Es hat mir aber auch Spaß gemacht, vor allem mit den jungen Leuten.

Die A-Jugend hat den Aufstieg in die Kreisliga geschafft. Die Spieler haben zum Teil schon in Ihrer Mannschaft ausgeholfen. Das lässt doch hoffen, oder?

Ja, darauf haben wir jahrelang hingearbeitet. Die, die bei uns schon ausgeholfen haben, sind nicht nur Mitläufer, sondern Leistungsträger. Man merkt, dass sie schon zehn Jahre zusammenspielen. Da werden auch andere Vereine schon aufmerksam, deshalb ist es wichtig, dass wir die Klasse gehalten haben. Und dass ein Korsett aus erfahrenen Spielern wie Stach, Oros und Mertens bleibt, denn die Jugendlichen sollen so lange es geht auch in der Jugend spielen.

Also müssen noch Spieler von Außen geholt werden?

Ja, einige Spieler werden uns ja auch verlassen: Norman Schiering beispielsweise geht nach Schulenburg, Sebastian Heinze zu Bison. Sven Mertens führt aber schon Gespräche.

Was erwarten Sie von Ihrem letzten Spiel in Ihme-Roloven?

Ich hoffe, dass wir einen versöhnlichen Abschluss haben. Wir können ja noch das Zünglein an der Waage sein und mit einem Sieg Schützenhilfe für Völksen leisten.

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