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Handballfreunde verkaufen sich teuer in Wilhelmshaven

Wieder leere Hände

Springe. Wieder gekämpft, wieder verloren - die Handballfreunde Springe gingen auch beim Rückrundenstart in Wilhelmshaven leer aus.

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Autor:

Martin Münzberger

Springe. Als der Minikader der Handballfreunde Springe am Sonnabend vor der Nordfrost-Arena in Wilhelmshaven in die schwarzen Bullys stieg, war zuvor irgendwie alles wie immer gewesen: lange gut mitgespielt, anerkennenswert gekämpft, fünfmal geführt in Durchgang eins, auf Schlagdistanz sechs Minuten vor dem Ende (26:25) – doch als Ergebnis stand schließlich eine 26:30 (12:14)-Niederlage beim Wilhwlmshavener HV. Es war die neunte Niederlage im neunten Auswärtsspiel des Schlusslichts.

„Ein Punkt war drin“, sinnierte HF-Trainer Slava Gorpishin – und seine Gedanken dürften in die Schlussphase der Partie hineingegangen sein. Die Gäste hatten sich da – ohne Oliver Tesch, Pawel Pietak und Mustafa Wendland – von 15:21 (42.) auf 25:26 (54.) herangekämpft. Für den Anschluss hatte der beste Torschütze Fabian Hinz gesorgt, der mit einem Siebenmeter erst an WHV-Keeper Adam Weiner scheiterte, die zweite Chance nach einem weiteren WHV-Foul fünf Sekunden später aber nutzte. Zu diesem Zeitpunkt fehlte auch HF-Rückraumspieler Lukas Ossenkopp bereits, der bei einer Abwehraktion ausgerutscht war und sich noch nach vorne geschleppt hatte, dort aber nur noch mit fremder Hilfe aufstehen konnte.

Sechs Minuten Zeit blieben also noch für das erste Auswärtspünktchen – im Handball eine Ewigkeit. Doch was machten die Handballfreunde? Nils Eichenberger scheiterte an Weiner, Jannis Fauteck auch. Auf der Gegenseite wühlte sich Tobias Schwolow durch die HF-Abwehr, WHV-Rechtsaußen Evgeny Vorontsov traf mit einem Heber: 25:28 eineinhalb Minuten vor Schluss. Nach einem Tempogegenstoß des im gebundenen Spiel ansonsten eher wirkungslosen Faruk Halilbegovic zum 26:28 suchten die Gorpishin-Schützlinge ihr Heil in den letzten 48 Sekunden noch in einer offenen Manndeckung, mehr als zwei weitere Gegentreffer brachte das dem Schlusslicht aber nicht ein.

„Wir machen in den entscheidenden Phasen einfach zu viele Fehler und sind nicht stabil genug“, haderte Gorpishin mit der Schlussphase. „Das passt zur Hinrunde“, befand Marius Kastening. Ansonsten? Wolkig mit Aufheiterungen: „Die Stimmung im Team ist gut. Und wir haben alle zusammen gekämpft. Aber wenn du dann wieder verlierst, ist das natürlich ein blödes Gefühl.“

Das hätte vermieden werden können. Springe kam gut in die Partie. Nach dem 1:1 (4.), einem Dreher der ganz „abgedrehten“ Art von Rechtsaußen Nils Eichenberger, dem WHV-Torhüter Markus Bokesch wegen seiner jeder Physik spottenden Trudelkurve irritiert hinterher schaute, blieb das Schlusslicht dran. Besser noch: Springe legte – weil Robert Wetzel im HF-Kasten etliche „Freie“ der Wilhelmshavener spektakulär wegnahm – bis zum 8:7 (21.), einem blitzsauberen Ossenkopp-Treffer aus der Bewegung, vor. Anschließend drohte nach einem Zeitspiel von Halilbegovic und einem Kastening-Pfostenwurf zwar Ungemach (10:13/27.), mit dem 12:14-Halbzeitstand konnten die Springer aber leben. Für den hatte HF-Kreisläufer Arkadius Bosy gesorgt.

In Unterzahl (Tim Coors und Halilbegovic brummten kurz hintereinander Zwei-Minuten-Strafen ab) drohte Springe das Spiel dann nach der Pause zu entgleiten. Wilhelmshaven ging mit 21:15 (42.) in Führung. Dank Maximilian Schüttemeyer, der seine fünf Treffer binnen elf Minuten (39. bis 50.) erzielte, und einiger WHV-Flüchtigkeitsfehler kam Springe zurück in die Partie.

Ein Happyend aber blieb aus – auch weil WHV-Trainer Christian Köhrmann in der 49. Minute den polnischen Ex-Nationaltorwart Adam Weiner einwechselte. Der 40-Jährige hielt erst nichts und dann alles – und frustrierte Nils Eichenberger. „Wir haben gut mitgehalten, am Ende zwei, dreimal nicht richtig zugefasst und ein paar blöde Fehler gemacht – und dann stehst du halt wieder mit leeren Händen da.“

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