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Wie sich die Abgänge der HF bei ihren neuen Klubs machen

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Bei Robert Wetzel, in der vorigen Rückrunde der große Rückhalt im Springer Tor, war gestern zumindest sein neues Team im Einsatz. Der 26-Jährige, der zum EHV Aue gewechselt ist, ist am Montag im Training umgeknickt und hat sich eine schmerzhafte Verletzung am Sprunggelenk zugezogen. Im Zweitliga-Heimspiel gestern gegen Emsdetten konnte er daher nur zuschauen. Weiter geht es für Aue erst am nächsten Sonntag: „Dann bin ich wieder dabei, denke ich“, sagt Wetzel. Er fühlt sich wohl im Erzgebirge: „Die Stadt ist relativ gemütlich, der Verein ist gut geführt, die Halle macht Spaß“, sagt er, „ich bin hier gut aufgehoben.“ Nur sportlich läuft es noch nicht rund. Nach dem Auftaktsieg gegen Dessau kassierte Aue vier Niederlagen und ist Vorletzter. „Wir haben einen neuen Trainer, ein paar Sachen müssen sich erst finden“, so Wetzel, „wenn man in so eine Spirale gerät, ist es schwierig, wieder rauszukommen. Das haben wir ja letztes Jahr in Springe gesehen.“

Ebenfalls auf einem Abstiegsplatz in der zweiten Liga steht Spielmacher Marius Kastening mit dem TuS Ferndorf. Kastening war im Winter von Springe zur TSG Ludwigshafen-Friesenheim gewechselt und am Ende der Saison weiter ins Siegerland. Mit bislang 17 Treffern zählt er zu den besten Torschützen seines Teams. Die Ferndorfer empfangen am Sonntag die punktgleichen Nordhorner.

Absoluter Erfolgsgarant für die Springer in der vorigen Saison war Jannis Fauteck. Für den Mittelmann läuft es auch mit seinem neuen Klub Eintracht Hagen in der 3. Liga West richtig gut. Die Eintracht hat die ersten vier Spiele allesamt gewonnen und trat gestern im Duell der Zweitliga-Absteiger beim ebenfalls verlustpunktfreien TSV Bayer Dormagen an.

Vor drei Wochen siegte Hagen klar bei GWD Minden II – dort ist mittlerweile Oliver Tesch am Ball, der sich während der Vorbereitung auf die laufende Saison aus Springe verabschiedete. Gegen seinen Ex-Kollegen Fauteck stand der Kreisläufer jedoch nicht im Aufgebot. Profitiert hat die Mindener Nachwuchstruppe noch nicht von Teschs Erfahrung. Die GWD-Reserve wartet noch auf den ersten Punkt – vielleicht klappt’s heute gegen Gummersbach II.

Teschs Kreisläuferkollege Arek Bosy ist in seine polnische Heimat zurückgekehrt und spielt nun für Pogon Stettin in der „Superliga“. „Es herrscht eine sehr gute Atmosphäre in der Mannschaft“, sagt der 29-Jährige. Der Erfolg lässt noch auf sich warten – erst einen Sieg, aber schon fünf Niederlagen gab es für Stettin. Privat könnte es nicht besser laufen: „Ich werde im Januar zum zweiten Mal Vater“, sagt Bosy.

Eine andere Rolle als in Springe hat Lukas Ossenkopp beim HSV Hamburg in der Nordstaffel der 3. Liga übernommen. „Ich bin jetzt Spielmacher“, sagt der 23-Jährige, der bei den HF auf Halblinks spielte. Beim Neuaufbau des Champions-League-Siegers von 2013, der aus finanziellen Gründen während der vorigen Saison die Bundesliga verlassen musste, ist Ossenkopp als Führungsspieler in der jungen Mannschaft eingeplant. „Ich glaube, bislang fülle ich die Rolle ganz gut aus“, sagt er. Das Team habe gutes, aber kein überragendes Drittliga-Niveau, „wenn wir in die Top 5 kommen, haben wir eine super Saison gespielt“. Die Strukturen und das Drumherum in Hamburg seien aber immer noch auf Bundesliga-Niveau: „Wir haben eine eigene Trainingshalle“, schwärmt er, „bei den Heimspielen kommen 2500 bis 2600 Zuschauer.“ Im Topspiel am morgigen Sonntag dürften es noch ein paar mehr werden: Dann kommt mit dem VfL Fredenbeck der Vorjahres-Vizemeister der Weststaffel: „Das wird ein richtiger Gradmesser“, sagt Ossenkopp.

Nur ein kurzes Gastspiel gab in der vorigen Saison Maurice Herbold bei den HF. Im Winter wechselte er nach Großburgwedel. Dort läuft es für den Halblinken. Mit bislang 31 Treffern ist er derzeit der zweitbeste Torschütze der 3. Liga Ost. Im Dezember kehrt er zum Derby mit Burgwedel zurück nach Springe.

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