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Warum Holger Gehrmann sich auf den FC Eldagsen freut

ELDAGSEN. „Ich habe Bock auf die Truppe und Bock auf den Klub.“ Am 1. Juli nimmt Holger Gehrmann seine Arbeit als Trainer von Fußball-Landesligist FC Eldagsen auf. Er brennt auf seine Aufgabe – und das nicht nur, weil er seit seinem Aus bei Krähenwinkel/Kaltenweide vor sieben Monaten nicht mehr an der Linie stand.

Am 1. Juli steigt Holger Gehrmann mit dem FC Eldagsen in die Vorbereitung ein. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„In Eldagsen kümmert sich die Mannschaft um alles selber – das hebt sie deutlich ab von allen anderen Teams in der Landesliga.“

Gehrmann kennt seinen neuen Verein lange genug. Als Gegner mit Letter zu Bezirksliga-Zeiten und mit den „Krähen“ in der Landesliga war er oft genug an der Hindenburgallee. Zudem pflegt er einen guten Draht zum ehemaligen FCE-Coach Milan Rukavina. Er war sich schnell einig mit Mannschaftsrat und Vorstand. Dass er mit seiner Zusage gezögert hat, bis der Klassenerhalt geschafft war, liegt an der Distanz zwischen Eldagsen und seinem Wohnort Letter. „Eine Fahrt dauert 25 Minuten – für die Bezirksliga wäre mit das zu viel Aufwand gewesen“, sagt Gehrmann.

Bis zum letzten Spieltag mussten die Eldagsener zittern – erst dann war der Klassenerhalt geschafft. „Es wird auch in der nächsten Saison megaschwer“, sagt Gehrmann, „vor allem, wenn man die Abgänge sieht.“ Dass Steve Goede und Cezar Paraschiv gehen, steht fest. Aber auch Tolga Nemnezi wird den FCE wohl verlassen – ihn zieht es wegen des Studiums fort aus der Region. Damit verliert Eldagsen seine drei besten Torschützen.

Ersatz zu finden, wird schwer. „Denn bei uns gibt es kein Geld und soll es auch nicht geben. Fertige Landesliga-Spieler können wir nicht holen“, sagt der FCE-Vorsitzende Karl-Heinz Westenfeld. „Das muss aber auch nicht sein“, sagt Gehrmann, der in die Kaderplanungen mit einsteigt.

Großartig verändern will er die Strukturen im Team nicht. „Ein Grundgefüge ist wichtig“, sagt er. „Die Hauptaufgabe wird sein, die Mannschaft in ihren Strukturen zu stärken.“ Gehrmann will dem Team aber auch seinen Stempel aufdrücken. „Das Spiel war ja bislang vor allem auf lange Bälle auf Goede ausgerichtet“, sagt er. „Ohne ihn muss man das ja nicht weiterspielen. Ich will versuchen, es etwas variabler aufzustellen, eine gute Mischung finden.“

Gehrmann freut sich auf ein „ruhiges und besonnenes Umfeld“ in Eldagsen. Er hofft – da ist er sich mit Westenfeld einig – auf eine langfristige Zusammenarbeit. „Unterm Strich geht es natürlich darum, Ergebnisse einzufahren“, sagt er. Aber zumindest Westenfeld ist realistisch genug zu wissen, dass die Landesliga für den FCE das höchste der Gefühle ist: „Der Klassenerhalt ist für uns eine gefühlte Meisterschaft“, sagt der FCE-Vorsitzende.

Mit dem Wissen kommt auch Gehrmann, dem es neben der Euphorie aber auch nicht an Ehrgeiz mangelt: „Ich komme nicht nach Eldagsen, um in meiner Vita irgendwann stehen zu haben: Es hat nicht gereicht.“

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