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Israelische Rollhockey-Nationalmannschaft trainiert beim SC Bison für B-WM

Völkerverständigung mit Schläger

Rollhockey (jab). Nur knapp 50 erwachsene Rollhockey-Spieler gibt es in Israel. Zehn von ihnen waren jetzt eine Woche lang in Springe: Die Nationalmannschaft bereitete sich in der Halle des SC Bison Calenberg auf die B-WM in Österreich vor, die am heutigen Sonnabend beginnt.

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Radan Reis und Lior Uliel sind die spielenden Teamchefs der Israelis. Sie haben eine Menge mit Bison-Chef Klaus Johansson gemeinsam. Der investiert bekanntlich all seine Zeit und Kraft darin, Rollhockey in Niedersachsen voranzubringen. Reis und Uliel versuchen das gleiche in Israel. Im März waren sie mit U17-Spielern ihres Landes zum Trainingscamp in Springe. Rollhockey war in ihrer Heimat bislang nur im Norden bekannt, die beiden haben im Süden eine Akademie eröffnet, um Kinder für ihren Sport zu begeistern. Zum Training und zu Ligaspielen fahren sie mehrmals in der Woche 150 Kilometer in den Norden. „Wir lieben den Sport eben“, sagt Uliel.

Jeden morgen um sieben haben die Nationalspieler in der zu Ende gehenden Woche eine Laufeinheit absolviert. Anschließend wurde in der Halle bis zum frühen Nachmittag trainiert und abends ein Trainingsspiel gegen die Bison-Herren absolviert.

Damit tun die Sportler – auch die deutschen – ganz nebenbei etwas für die Völkerverständigung. Das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel ist schließlich nicht das einfachste, „deshalb hat es für uns eine besondere Bedeutung, in Deutschland zu spielen“, sagt Uliel.

Wie immer, wenn Gäste aus dem Ausland zu Gast sind, hat Johansson die entsprechende Flagge gehisst. Für ihn eine Selbstverständlichkeit, für die Israelis eine große Geste. „Ich hatte Tränen in den Augen, als ich in die Halle kam und die Flagge sah“, gesteht Udi Gedanken. Seine Familie stammt aus Polen, war von den Nazis vertrieben worden – sein Bild von Deutschland hat sich durch den Aufenthalt in Springe verändert.

Heute früh sind die Israelis nach Österreich aufgebrochen. Die Spieler zahlen fast alles selbst, Sponsoren gibt es keine. Für das Hotel und die Verpflegung in Österreich kommt allerdings der deutsche Förderverein für Rollhockey auf. Bei der letzten B-WM in Südafrika haben die Israelis erstmals nicht alle Spiele verloren. Auch in Österreich soll der eine oder andere Sieg herausspringen. „Platz sieben bis acht wäre ein gutes Ergebnis“, sagt Reis.

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