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Torfrau Claudia Mayer bringt die Gegnerinnen zum Verzweifeln

ELDAGSEN. Sie ist mit Abstand die dienstälteste Spielerin im Rollhockey der Damen-Bundesliga, sie steht seit dem achten Lebensjahr auf Rollen, sie feierte Titel und Pokalsiege wie andere Briefmarken:

Seit 29 Jahren ist das bevorzugte Domizil der 47-jährigen Claudia Mayer das Tor beim Rollhockey-Bundesligisten SC Bison Calenberg – und das soll auch weiterhin so bleiben. FOTO: GÖMANN

Autor:

DIETER GÖMANN

Claudia Mayer, 47-jährige Torfrau beim Erstligisten SC Bison Calenberg, der sich auch in dieser Saison anschickt, erneut zu den erfolgreichsten Vereinen in der 1. Bundesliga zu zählen.

Mithelfen daran, dieses Ziel zu verwirklichen und seinen entscheidenden Beitrag dazu zu leisten, will das Bison-Juwel zwischen den Pfosten. Die in Celle beheimatete Torfrau will in dieser Saison noch einmal ganz groß zuschlagen und betont: „Mein großes Ziel ist die Deutsche Meisterschaft. Das wäre der absolute Hammer, wenn ich nach 32 Jahren mit unserer Mannschaft ganz oben auf dem Siegerpodest stehen würde. Da habe ich 1986 den ersten Meistertitel mit nach Eldagsen geholt“, betont Mayer.

Erstes Ziel auf diesem Weg sei der Einzug in das Final Four, wenn die vier Erstplatzierten der Punktspielrunde das Halbfinale und anschließend das Endspiel bestreiten. „Das findet am Ende dieser Saison in Eldagsen statt und wäre ein toller Höhepunkt für den SC Bison Calenberg“, so Mayer.

Es wäre nach 1998 erstmals wieder, dass der Titel in die Gehlenbachstadt geht. Damals war es das Ende einer großen Erfolgsgeschichte „Nach dem ersten Titel 1986 ging von 1991 bis 1996 und noch einmal 1998 die Post ab, als wir stets die deutsche Meisterschaft errungen haben und uns mit dem Dauerrivalen RSC Cronenberg die entscheidenden Duelle geliefert haben“, erinnert sich Claudia Mayer.

In dieses Zeitfenster gehörten auch die drei in Springe veranstalteten Weltcups für Vereinsmannschaften 1992, 1993 und 1996 und dazwischen der Gewinn des Weltcups 1994 in Sao Paulo gegen den FC Porto. „Vergessen möchte ich aber auch nicht, dass wir 1994 Deutscher Pokalsieger geworden sind.“

Aus den glorreichen Zeiten ist nur noch die damalige und heutige Torfrau Mayer noch aktiv. Ihre Mitspielerinnen Annette Johansson, Sabine Johansson Torfrau Stefanie Schröder, Ines Lehling, Simone Kuley, Susanne Kule, die vom ERC Weil gekommenen Beata Geisman und Yvonne Philipp neben der Spanierin Montserrat Rodilana waren das Aushängeschild für Eldagsen und den Frauen-Rollhockeysport in Deutschland schlechthin.

Begonnen hatte Claudia Mayer ihren Sport auf den Rollen beim Heimatverein MTV Celle, wo sie mit acht Jahren zunächst dem Rollkunstlauf frönte. „Acht Jahre später, als sich die Erfolge nicht mehr so einstellten, „wechselte ich dann zur Rollhockey-Abteilung des Vereins, zu der mich die Geschwister Kuley mitgenommen hatten. Das war dann mit 18 Jahren der Beginn meiner großen Leidenschaft für den Rollhockeysport“, blickt Mayer zurück.

Ans Aufhören denkt die gestandene Rollhockey-Sportlerin noch lange nicht. „Es macht mir noch immer großen Spaß. Das Feuer brennt, und so lange das der Fall ist, verschwende ich keinen Gedanken daran, meine Torwartkluft abzulegen, die Rollhockeyschuhe auszuziehen und den Schläger an den Nagel zu hängen.“

Sie gesteht aber ein, dass es nicht einfach ist, konstant auf einem so hohen Level zu spielen. „Ich muss schon sehr viel Zeit investieren, von Celle zum wöchentlichen Training der Damen zu kommen, wo wir dann zusätzlich eine zweite Einheit auch gemeinsam mit den Herren absolvieren. Da muss der Partner schon mitmachen.“

Wenn Heimspiele anstehen, muss Claudia Mayer sonnabends bis 14 Uhr im Lebensmittel-Einzelhandel ihre Frau stehen. „Bei den Auswärtsspielen in das tiefe Westdeutschland muss ich teilweise auch Urlaub nehmen, um pünktlich für die Abfahrt aus Eldagsen parat zu sein.“

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