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Tini Demann verteilt Geschenke

SPRINGE. Eine Autogrammkarte aus ihrer Zeit bei Turbine Potsdam hängt schon länger im Fußballmuseum. Jetzt hat Tini Demann ein neues Stück für die Ausstellung mitgebracht: Das Nationalmannschafts-Trikot, das sie im April im Testspiel in Erfurt gegen Kanada getragen hat.

Tini Demann überreicht dem Museums-Vorsitzenden Dirk Schröder das Trikot, das sie beim Länderspiel gegen Kanada im April getragen hat. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„Das ist ein echt tolles Weihnachtsgeschenk“, sagte Dirk Schröder, der Vorsitzende des Fußballmuseums.

Am Tag vor Heiligabend hatte Demann das Trikot übergeben. Die Feiertage verbrachte sie bei ihren Eltern in Holtensen, mittlerweile arbeitet sie in München an ihrem Comeback. Im Champions-League-Rückspiel des FC Bayern gegen Chelsea im Oktober war sie so unglücklich gestürzt, dass die Bizepssehne aus dem Gelenk riss. In der Reha schuftet sie nun dafür, dass sie zur Rückrunde wieder auf dem Platz stehen kann. „Im Januar steige ich wieder ins Mannschaftstraining ein – aber erstmal ohne Zweikämpfe“, erzählte sie.

Beim FC Bennigsen hatte Demann ihre Karriere begonnen. Mit 15 wechselte sie zum TSV Havelse und wenig später zu Turbine Potsdam, wo sie als Ergänzungsspielerin 2011 und 2012 die Deutsche Meisterschaft gewann. Nach einem Kreuzbandriss 2012 kam sie aber kaum noch zum Einsatz und wechselte 2013 zur TSG Hoffenheim – die richtige Entscheidung.

Im Kraichgau war sie unumstrittene Stammspielerin, zeigte konstante Leistungen und wurde – nachdem sie sämtliche Jugendnationalmannschaften durchlaufen hatte – 2015 auch A-Nationalspielerin. Anfang dieser Saison wechselte sie schließlich zum Deutschen Vize-Meister Bayern München.

Dort trainiert sie nun auf dem Bayern-Campus, dem neuen Leistungszentrum des Rekordmeisters für die Nachwuchs- und Frauenteams. Die Männer trainieren noch an der Säbener Straße, „die sehen wir nicht so oft“, sagt Demann. Von den Bedingungen am Campus schwärmt sie dennoch. „Für Frauenfußball ist das schon einzigartig“, sagt sie. Allerdings vermisse sie den „Footbonaut“, die High-Tech-Trainingshalle, die es in Deutschland nur in Hoffenheim und Dortmund gibt.

Über die Trainingsqualität kann sie freilich auch in München nicht meckern – dafür sorgt allein schon die Qualität des Kaders. „Wenn Abstellzeit für die Nationalmannschaften ist, sind vielleicht noch fünf Spielerinnen beim Training“, sagt sie, „das hat schon Nationalmannschafts-Niveau – schade nur, dass ich wegen meiner frühen Verletzung nicht so viel mittrainieren konnte.“

Demanns Trikot ist im Frauenfußball-Raum des Springer Museums das dritte Ausstellungsstück einer Nationalspielerin. Zuvor hatten Stefanie Gottschlich ein paar Schuhe und Martina Müller (beide Wolfsburg) ein Trikot zur Verfügung gestellt.

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