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Tennistalent Leonie Stelter ist ihrer Zeit voraus

SPRINGE. Es ist der 18. März 2017. Leonie Stelter vom TV Springe tritt bei ihrem ersten Tennisturnier überhaupt an – und sichert sich beim 1. Midcourt-Turnier der Ruth-Dobberstein-Serie in Barsinghausen gleich den Sieg.

Die Vorhand ist der Paradeschlag von Tennis-Talent Leonie Stelter, die am Montag ihren neunten Geburtstag feiert. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

In der Gesamtwertung der Serie, die von der Tennis-Region Hannover veranstaltet wird, belegt sie nach sechs Turnieren den zweiten Platz. Die Belohnung: Leonie wird in den Regionskader aufgenommen. „Damit ist sie für die Landesmeisterschaft qualifiziert“, erklärt ihr Trainer Andreas Cordes.

Übermorgen wird Leonie neun Jahre alt. Tennis spielt sie, seit sie fünf ist. „Opa und Papa spielen auch“, sagt sie. Zum ersten Training hat sie jedoch ihre Kindergartenfreundin Emma mitgenommen, die Tochter von Andreas Cordes. Emma spielt nur noch selten Tennis – Leonie steht dafür derzeit dreimal in der Woche auf dem Platz.

Sie trainiert für die Landesmeisterschaften vom 16. bis 18. Februar. Offiziell nominiert ist sie dafür allerdings noch nicht. „Das entscheidet sich im Januar“, sagt Leonies Mutter Jasmin Stelter. Für Cordes bestehen daran wenig Zweifel: „Es gibt in ihrem Jahrgang in der Region wenige Spielerinnen, die ihr Niveau haben“, sagt er, „deshalb wird sie immer mit Jungs trainieren müssen.“

Außer zum Tennis geht die Achtjährige auch noch zum Hip-Hop-Tanzen. Daheim übt sie Kunststücke am Vertikaltuch und zu Weihnachten ist ihr großer Wunsch in Erfüllung gegangen: eine eigene Nähmaschine. Tennis ist nicht Leonies einziges Hobby – deshalb hat sie auch gar keine Zeit, Tennis im Fernsehen zu schauen. Prominente Vorbilder hat sie daher keine.

Was ihr am Tennis gefällt? Leonie überlegt lange, dann sagt sie: „Alles.“ Dabei gelingt ihr noch lange nicht alles: „ Aufschlag kann ich noch nicht so gut“, sagt sie. Einen Kampf gegen sich selbst hätte Leonie dabei mit sich gekämpft, erzählt ihre Mutter. Bei den so genannten Spezialschlägen – also etwa Aufschlag, Volley, Slice – hätte sie „noch deutlich Potenzial“, sagt auch Cordes. Was sie aber besonders auszeichne, seien ihr „Biss und Ehrgeiz. Wenn sie auf dem Platz steht, zählt für sie nur Tennis“, so der Coach. Und: „Sie hat eine Konstanz in den Grundschlägen – sie macht praktisch keine Fehler. Und sie spielt richtig gut auf dem Großfeld, dabei könnte sie noch zwei Jahre auf dem Kleinfeld spielen“, sagt Cordes. Leonie habe quasi einen Jahrgang übersprungen.

Mittlerweile spielt sich auch schon mit den so genannten Blaupunkt-Bällen. Das sind Bälle, die um 25 Prozent weicher sind als die normalen Filzkugeln und mit einem blauen Punkt gekennzeichnet. Die werden eigentlich erst ab der Altersklasse U12 gespielt. Für die normal harten Bälle sei es aber deutlich zu früh, sagt Cordes. „Bei den weichen Bällen brauchst du Lockerheit, um dem Ball Drall zu geben“, erklärt er, „und beim Tennis geht es nur um Lockerheit, nicht um Kraft. Wenn du zu früh zu harte Bälle spielst, versaust du dir nur die Technik.“

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