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HF Springe wollen heute mit Unterstützung der Zuschauer auch Zweitligist Nordhorn-Lingen aus dem Pokal kegeln

Sven Lakenmacher wünscht sich einen Hexenkessel

Handball (jab). Tief stapeln ist angesagt vor dem Drittrundenspiel im DHB-Pokal am heutigen Mittwoch (20 Uhr) zwischen Drittligist HF Springe und Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen. „Die Chance, dass wir eine Runde weiterkommen, steht bei 50 zu 50“, sagt HSG-Trainer Heiner Bültmann. Für Springes Spielertrainer Sven Lakenmacher dagegen ist „Nordhorn klarer Favorit“.

Treue Seele: Der tschechische Linksaußen Pavel Mickal spielt sch

Immerhin haben die Springer in der ersten Runde Zweitliga-Topfavorit GWD Minden geschlagen und in dieser Saison noch kein Pflichtspiel verloren. Den Respekt des Zweitliga-Sechsten, der zuletzt den TV Emsdetten 35:28 bezwang, haben sie sich also verdient. „Und wenn wir unser gewohntes Spiel aufziehen können, sind wir nicht chancenlos“, sagt Lakenmacher.

Der reagiert mit einer Mischung aus Amüsement und Verärgerung auf Bültmanns Aussage im NDZ-Interview der vorigen Woche, Nordhorns Kader sei weniger breit aufgestellt, als der der Springer: „Er kann mal beim Training vorbeikommen“, sagt Lakenmacher, „dann kann er meinen breiten Kader sehen. Wenn die A-Jugendlichen nicht so toll mitziehen würden, könnte ich nicht mal Fünf gegen Fünf spielen.“

Frank Habbe kann wegen seines Polizeidienstes nicht regelmäßig trainieren, Jannis Fauteck trainiert dreimal in der Woche bei der TSV Burgdorf. Thomas Bergmann ist langzeitverletzt, der für ihn reaktivierte Christopher Nordmeyer ist auch nicht immer dabei. „Wir haben in Qualität statt Quantität investiert“, sagt Lakenmacher. „Dass das ein Risiko ist, wussten wir.“

Das Risiko zahlt sich bislang aus. So sehr, dass im Umfeld schon gerechnet wird, wie viele Siege noch fehlen, um im Pokal das Final Four zu erreichen. Lakenmacher ist das nicht so recht. „Die Relation geht ein bisschen verloren“, sagt er. „Wenn wir was reißen wollen, muss jeder eine Top-Leistung bringen. Der Funke muss aufs Publikum überspringen, die Halle muss zum Hexenkessel werden.“

Denn immerhin waren die Nordhorner 2008 noch EHF-Pokalsieger. Nach der Insolvenz folgte zwar der Zwangsabstieg und der Umbruch der Mannschaft. „Aber drei, vier Spieler von denen haben Erstliga-Erfahrung“, sagt Lakenmacher. „Und sie haben ein paar erfahrene Ausländer im Team.“ Den tschechischen Linksaußen Pavel Mickal etwa, der als einziger Spieler dem Verein nach der Insolvenz die Treue gehalten hat. Oder den niederländischen Nationalspieler Bobby Schagen auf Rechtsaußen, der gemeinsam mit Spielmacher Nils Meyer von Bundesligist Dormagen kam. Dazu die Kreisläufer und Abwehrspezialisten Einar Ingi Hrafnsson (Island) und Toon Leenders (Niederlande).

Es wird also schwer genug für die Springer. Nordhorn ist für Lakenmacher aber „nicht das wichtigste. Mein Ziel ist die Meisterschaft. Da liegen zwei wichtige Spiele vor uns.“ Am Sonnabend gastieren die HF als Tabellenführer beim Vorjahresvizemeister HSV Insel Usedom. Eine Woche später ist der Tabellenzweite HSG Tarp-Wanderup zu Gast in Springe.

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