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Stephanie Rank zum WM-Rennen in die Wüste

ELDAGSEN. Früher war Stephanie Rank Profi-Jockey. Seit einigen Jahren ist die Vorsitzende des Reitvereins Eldagsen nur noch bei Amateur-Rennen am Start – kommt dabei aber ganz schön rum. Gerade erst trat sie im Sultanat Oman auf der arabischen Halbinsel bei der „Sheikha Fatima Mubarak Apprentice World Championship“ an.

Stephanie Rank im Stall in Wülfinghausen mit Awjab. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Dahinter verbirgt sich „die WM der Amateurreiterinnen auf arabischen Pferden“, erklärt Rank. Namensgeberin ist die Ehefrau des verstorbenen Scheichs Zayed bin Sultan Al Nahyan, dem Emir von Abu Dhabi und Gründer der Vereinigten Arabischen Emirate, eine Streiterin für die Rechte der Frauen in den arabischen Ländern. „Deshalb ist der Oman da etwas offener“, sagt Rank, die im November nach Abu Dhabi reist. Dort steigt das Finale der Meisterschaft mit den Siegerinnen der insgesamt zwölf Rennen der Serie. Dazu gehört Rank zwar nicht, „aber alle Teilnehmerinnen sind eingeladen“.

Die 40-Jährige war in Oman chancenlos. Denn das Pferd, das ihr eigentlich zugelost war, verletzte sich in der Box. „Ich musste ein Reservepferd nehmen, das war für das Rennen aber nicht passend“, sagt sie. Die Erfahrung möchte sie trotzdem nicht missen: „Oman ist ein sehr gastfreundliches Land“, sagt sie – und großzügig sind die Organisatoren noch dazu: Flüge, Unterbringung im Fünf-Sterne Hotel – alles wurde den Reiterinnen bezahlt. Eine Einladung zum Botschafter von Abu Dhabi gab es noch dazu. „Das war eine Erfahrung, die mir keiner mehr nehmen kann“, sagt Rank.

Erfahrung hat sie jede Menge. Rank ist ausgebildete Pferdewirtin mit dem Schwerpunkt Rennreiten. Acht Jahre war sie Profi-Jockey, nach der Geburt ihrer Tochter Joana legte sie eine Pause ein, kam als Reitlehrerin nach Eldagsen. Heute besitzt und trainiert sie drei aktive Rennpferde, die sie zumeist auch selbst reitet. Eines davon, Awjab, ersteigerte sie in England, wo es wegen Erfolglosigkeit ausgemuster war. „Es macht mir Spaß, in die Pferde reinzuhorchen, sie wieder zum Laufen zu kriegen“, sagt sie. Bei Awjab hat es geklappt, im Sommer gewann sie mit ihm in Bad Harzburg.

Wenn es nicht klappt, „versuche ich, sie als gute Freizeitpferde auszubilden“. Dabei gelten die sensiblen Vollblüter als verpönt, „aber mit Geduld geht alles“, sagt Rank, die auch gegen den nicht allzu guten Ruf des Galoppsports ankämpft. Das Training auf der Rennbahn sei Stress, gibt sie zu, ihre Pferde stehen deshalb auf der Anlage des Reitvereins in Wülfinghausen. „Da können sie mit anderen Pferden toben und haben einen Ausgleich“, sagt sie. Das Renntraining absolviert sie im Wald.

Ihre ehemaligen Rennpferde nutzt sie mittlerweile im Schulbetrieb des Vereins, der sich voll und ganz der Basisarbeit verschrieben hat: „Bei uns gibt es keinen Leistungsgedanken“, sagt Rank. Rennen – etwa 20 bis 40 davon absolviert sie im Jahr – reitet sie heute „nur noch zum Spaß und als Ausgleich. Ich muss ja mein Geld nicht mehr damit verdienen“.

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