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Roping-Lehrgang bei den Deister-Reitern ist schnell ausgebucht / Westernreiten ist im Kommen

Springer Hobby-Cowboys schwingen das Lasso

Von Jan-Erik Bertram

Reitsport. Die breite Krempe seines Lederhutes verdeckt einen großen Teil seines Gesichts. Die Stiefel über der Jeans gehen bis zum Knie. Und an seinem Gürtel hängt ein Fahrtenmesser. Horst Göbel sieht aus wie ein Cowboy. Und ist auch einer. „Ein Hobby-Cowboy“, sagt der ehemalige Straßenbaumeister lachend. Lassos sind seine Spezialität. Bei den Deister-Reitern in Springe hat er sein Können jetzt weitergegeben und einen Lehrgang im Roping geleitet – also im Lassowerfen.

Mirko Mrusek ist mittlerweile ein alter Roping-Hase und reitet m

Von Jan-Erik Bertram

Reitsport. Die breite Krempe seines Lederhutes verdeckt einen großen Teil seines Gesichts. Die Stiefel über der Jeans gehen bis zum Knie. Und an seinem Gürtel hängt ein Fahrtenmesser. Horst Göbel sieht aus wie ein Cowboy. Und ist auch einer. „Ein Hobby-Cowboy“, sagt der ehemalige Straßenbaumeister lachend. Lassos sind seine Spezialität. Bei den Deister-Reitern in Springe hat er sein Können jetzt weitergegeben und einen Lehrgang im Roping geleitet – also im Lassowerfen.

Während Göbel tatsächlich aussieht wie ein Cowboy, sind die „Rinder“ kaum als solche zu erkennen: Ein Ballen Stallspäne ist der Körper, ein alter Eimer der Kopf – das reicht als Attrappe, um das Zielen zu üben. Vorher lernen die Lehrgangsteilnehmer, wie man eine Schlinge legt und wie man das Seil (Rope) richtig händelt. Das „Ranch-Roping“ stand bei dem Lehrgang im Mittelpunkt. „Das ist das universelle Roping für die Rinderarbeit“, erklärt Mirko Mrusek, auf dessen Hof an der Harmsmühlenstraße der Kurs stattfand.

Göbel war zum zweiten Mal in Springe, für Mrusek war es schon der achte Lehrgang. Was die Anfänger mit dem Lasso nur zu Fuß versuchen, macht Mrusek vom Pferd aus. Seine „Tacolena“ ist aber auch schon „Rope-broken“, hat also keine Angst mehr vorm Lasso. „Die Pferde müssen an das pfeifende Geräusch gewöhnt werden, das das Lasso macht, wenn es geschwungen wird“, sagt Mrusek. „Und sie müssen sich daran gewöhnen, dass das Lasso sie manchmal streift.

...seine Nichte Renee hingegen fängt gerade erst an und übt das
  • ...seine Nichte Renee hingegen fängt gerade erst an und übt das Lassowerfen noch an einer Rinderattrappe.

Mrusek reitet auch bei Turnieren. Das Ranch-Roping ist dabei eine Duo-Disziplin – mit echten Rindern. Ein Cowboy trennt dabei ein Tier von der Herde, der andere fängt es mit dem Lasso ein. Wichtig dabei ist das „Breakaway“. Das ist eine Klammer, mit der die Schlinge gelegt wird, und die sich auf Druck öffnet – damit ist gewährleistet, dass sich die Tiere nicht verletzen.

„Rope a Sack“ ist eine andere Disziplin. Dabei fängt der Reiter mit dem Lasso einen Sack und zieht ihn über eine Ziellinie – der Schnellste gewinnt. Zu Fuß machten das auch die Lehrgangs-Teilnehmer bei den Westernreitern als Abschlussspiel.

Der Kurs war übrigens ruckzuck ausgebucht – das Westernreiten bei der Deister-Reitern sei im Kommen, sagt Mrusek, der, als er 2001 anfing, noch alleine war. Woher seine Leidenschaft fürs Westernreiten kommt, weiß er selbst nicht so genau. Seine Frau Jenny, über die er überhaupt erst zum Pferdesport kam, reitet klassische Turniere. Einen besonderen Bezug zu den USA hat er auch nicht. „Früher habe ich immer Bonanza geguckt“, sagt er lachend, „jetzt gehe ich einen Schritt weiter.“

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