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Ein Jahr nach seiner Entlassung klagt Trainer Karl-Heinz Malitzki gegen den TSV Hamelspringe

Nachspielzeit vor dem Arbeitsgericht

Fußball (jab). Joachim Behnke staunte nicht schlecht, als er vor knapp drei Wochen den Briefkasten öffnete. Darin fand der Vorsitzende des TSV Hamelspringe einen Brief des Arbeitsgerichts Hameln. Das teilte dem Verein mit, dass der ehemalige Herrentrainer des Vereins, Karl-Heinz Malitzki, den TSV auf Erfüllung eines bis zum Ende der Saison 2011/2012 laufenden Vertrags verklagt. Es geht um knapp 2000 Euro. Morgen ist der Gütetermin in Hameln.

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Mitte September 2011 hatte sich der TSV von Malitzki getrennt (NDZ berichtete). Nach Aussage des Vorstands habe es massive Kritik aus der Mannschaft am Trainer gegeben, der sich zudem in der Öffentlichkeit mit ungebührlichen Ausdrücken vereinsschädigend verhalten haben soll. Malitzki hat das stets bestritten. Die Mannschaft habe ihm kurz vor dem Rauswurf noch Rückendeckung versprochen. Derbe Worte seien allenfalls im Spaß gefallen. „Ich bin nie verbal entgleist“, sagt Malitzki.

Einig sind sich beiden Seiten, dass es einen Vertrag gab, der per Handschlag vor der Saison 2010/ 2011 geschlossen wurde. In der Serie stieg Malitzki mit der SG Hamelspringe/ Beber-Rohrsen in die 2. Kreisklasse auf. Nach der Saison wurde der Vertrag, ebenfalls per Handschlag, zu gleichen Konditionen um eine weitere Spielzeit verlängert, nach Auflösung der Spielgemeinschaft war nur Germania Beber-Rohrsen nicht mehr mit im Boot.

Malitzki fordert nun sein Honorar für den Rest der Saison. „Es geht mir nicht um die Kohle, sondern um Gerechtigkeit“, sagt er, „ich habe ja auch einen Namen zu verlieren.“ Behnke wundert sich vor allem über den Zeitpunkt der Klage. „Das kam für mich nach so langer Zeit überraschend“, sagt der TSV-Vorsitzende. „Wir hatten uns ja zwischendurch schon wieder auf dem Sportplatz getroffen und unterhalten. Für mich gab es da keine Anzeichen, dass wir uns vor Gericht wiedersehen würden.“

Zumal, so Behnke, die Handschlagvereinbarung auch beinhaltet habe, „dass sie von beiden Seiten aufgelöst werden kann“. Davon hätte auch Malitzki bei einem möglichen Wechsel zu einem höherklassigen Verein profitieren können.

Bekäme Malitzki recht, ginge es für dem kleinen Verein finanziell „richtig ans Eingemachte“, sagt Behnke. Ein entsprechendes Urteil hätte für ihn zudem eine fatale Signalwirkung: „Dann könnte ja kein Dorfverein mehr Handschlagverträge mit Trainern abschließen – das hätte Folgen für die Verein.“

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