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Springe stürmt mit 38:26 gegen HSV Hannover an die Tabellenspitze / Lakenmacher sieht Rote Karte

Mehr Alternativen: HF dominieren das Derby

Handball. Die HF Springe sind an die Tabellenspitze der 3. Liga Nord gestürmt. Überraschend deutlich mit 38:26 (15:11) gewannen sie das Derby gegen den HSV Hannover und verdrängten damit ihren nächsten Gegner, Aufsteiger Henstedt-Ulzburg, der in Bad Doberan seine erste Niederlage kassierte, vom ersten Platz.

Springes Kleinster gegen Hannovers Größten: Fabian Hinz (r., 1,8

Autor:

Jan-Erik Bertram

Die Partie begann ausgeglichen. Die Deckungsreihen – beide in 6:0-Formation – standen sicher, die Torhüter Andreas Stange (HF) und Hendrik Müller (HSV) waren gut aufgelegt. Von 8:7 (18.) setzten sich die Springer aber bis zur Pause noch auf vier Tore ab – und brauchten nach dem Seitenwechsel nur eine Viertelstunde, um den Vorsprung auf zehn Treffer auszubauen (26:16/45.).

Die Statistik macht den Unterschied zwischen beiden Teams deutlich: Von den elf HSV-Treffern in der ersten Halbzeit erzielte Rückraum-Hüne Bastian Riedel alleine sieben, die restlichen vier gingen auf das Konto von Rechtsaußen Hubertus Brandes. Das war für Hannovers Trainer Alfred Thienel der Knackpunkt: „Wir waren aus dem Rückraum zu ungefährlich.“ Dagegen trafen bei den Springern alle sechs Feldspieler aus der Startsieben.

Lakenmacher reagierte auf Riedels Trefferquote, stellte in der 22. Minute die Abwehr auf 5:1 um und spielte selbst den vorgezogenen Part – allerdings nicht lange. Schon in der 28. Minute sah er die Rote Karte. Auf dem Weg zum Tor war er von Robin John hart angegangen worden. Lakenmacher riss den Arm hoch, traf John – und gab zu: „Es war eine berechtigte Rote Karte.“ Aber eine ohne Folgen. Die Schiedsrichter verzichteten auf einen Bericht, sodass Lakenmacher schon am kommenden Wochenende wieder dabei sein kann. Und die Mannschaft kompensierte den Ausfall des Spielertrainers mit noch mehr Kampfgeist – und effektivem Tempospiel.

Christopher Nordmeyer übernahm für Lakenmacher gemeinsam mit Dennis Melching das Coaching auf der Bank. Der Rechtsaußen konnte wegen Adduktorenproblemen selbst nicht spielen, seinen Part übernahm Niklas Hermann mit einer überragenden Trefferquote – er hatte von der ungewohnten Position nicht einen Fehlversuch.

„Wir haben Alternativen“, beschreibt der Ex-Hannoveraner Claus Karpstein eine der großen Stärken der Springer. Im Gegensatz zu seinem Ex-Klub, der nach dem freiwilligen Abstieg aus der 2. Liga verstärkt auf die Jugend setzt: „Hannover hat eine starke erste Sieben, danach wird es mau.“

HF Springe: Stange, König – Fauteck (8), Hinz (7/4), Habbe (6), Deutsch (5), Karpstein (5), N. Hermann (5), Gorpishin (1), Kahl (1/1), Lakenmacher.

Bildergalerie: Mehr Fotos vom Drittliga-Derby finden Sie hier.

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