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Spieler haben sich gegen den Trainer ausgesprochen / Nachfolger könnte schnell präsentiert werden

Lakenmacher scheitert an der Mannschaft

In der offiziellen Begründung zur Entlassung von Trainer Sven Lakenmacher bei den Handballfreunden Springe war von den „Mechanismen des Geschäfts“ die Rede. Was auf Nachfrage herauskam: Die Spieler haben sich gegen ihren Coach ausgesprochen: „Das Signal kam aus der Mannschaft“, sagt Manager Dennis Melching.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Springe. Die offizielle Begründung zur Entlassung von Trainer Sven Lakenmacher bei den Handballfreunden Springe am Mittwoch klang so uninspiriert wie die letzten Auftritte der Mannschaft in der 2. Liga. Von den „Mechanismen des Geschäfts“ war da die Rede, von Ergebnissen, die nicht stimmten. Floskeln. Was auf Nachfrage herauskam: Die Spieler haben sich gegen ihren Coach ausgesprochen: „Das Signal kam aus der Mannschaft“, sagt HF-Manager Dennis Melching, „ich hätte sonst keinen Ansatz gehabt, zu handeln.“

Das Team hatte sich intern wohl schon am Montag darauf geeinigt, dass es mit Lakenmacher nicht weitergeht. In einer großen Besprechung am Dienstag mit Trainer und Aufsichtsrat hätten sie noch keine Kritik geäußert, so Melching, „aber am Mittwoch haben mich einige Spieler angerufen“.

„Wir haben immer die Hand auf Laki gehalten, aber wenn die Mannschaft ihn nicht will, kannst du nichts machen“, sagt Sponsor Klaus-Peter Othmer. Der sieht den Druck jetzt bei den Spielern: „Die haben gesagt: Wir steigen nicht ab.“ Daran müssten sie sich jetzt messen lassen. Die Mannschaft habe Qualität, „sie muss sie aber auch abrufen“. Was seiner Ansicht nach vor allem fehlt: „Ein Mittelmann, der das Spiel dirigiert. Alle Gegner haben einen – wir nicht.“

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Den kann sich freilich auch ein neuer Coach nicht backen. Was tun also, wenn kein Spielmacher nachverpflichtet wird? Linksaußen Fabian Hinz, der dienstälteste Springer Spieler, setzt vor allem auf den Teamgeist: „Es darf nicht jeder allein auf dem Platz stehen, wir müssen wieder als Kollektiv arbeiten“, sagt der 26-Jährige. Er beteuert, dass die Mannschaft sich nicht aufgegeben habe, das habe in der zweiten Halbzeit zuletzt gegen Saarlouis möglicherweise anders ausgesehen, „aber wie wir da gespielt haben, war für uns alle nicht zu ertragen“.

Zum Verhältnis der Mannschaft zu Lakenmacher äußert er sich nicht: „Es bringt ja nichts, nachzukarten oder ihm hinterherzujammern – wir können es nicht ändern.“

So nüchtern betrachtet es auch Co-Trainer Slava Gorpishin, der vorerst für die Mannschaft verantwortlich ist. „Laki ist ein Handball-Bekloppter, der gute Arbeit gemacht hat – aber das ist halt Sport“, sagt Gorpishin. Eine Dauerlösung dürfte der Olympiasieger von 1992 und 2000 auf der Trainerbank nicht werden.

Ein Lakenmacher-Nachfolger könnte allerdings schon bald vorgestellt werden, wie Othmer durchblicken lässt. Namen nennen weder er noch Melching. Offenbar ist aber Oleg Kuleschow ein Thema, der bei den HF schon von 2011 bis Ende 2012 an der Linie stand. Bis vor zehn Monaten war er danach Trainer der russischen Nationalmannschaft.

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