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Imre Morva vom SC Bad Münder absolviert am Sonntag in Limmer seinen ersten „Iron Man“

Lächelnd auf die „überwältigend lange Strecke“

Von Jan-Erik Bertram

Triathlon. Sonntagmorgen, 6.15 Uhr. Die meisten Menschen drehen sich um diese Zeit im Bett noch einmal um und schlafen noch ein paar Stunden. Nicht so Imre Morva: Der Hamelspringer wird am Sonntagfrüh im Lindener Hafen ins Wasser springen und 3,8 Kilometer Schwimmen. Danach schwingt er sich aufs Rad und fährt 180 Kilometer. Und anschließend läuft er noch einen Marathon. Morva nimmt in Limmer seinen ersten „Iron Man“ in Angriff, die Königsdisziplin beim Triathlon.

Seinen ersten Triathlon über die Langdistanz stellt sich Imre Mo

Von Jan-Erik Bertram

Triathlon. Sonntagmorgen, 6.15 Uhr. Die meisten Menschen drehen sich um diese Zeit im Bett noch einmal um und schlafen noch ein paar Stunden. Nicht so Imre Morva: Der Hamelspringer wird am Sonntagfrüh im Lindener Hafen ins Wasser springen und 3,8 Kilometer Schwimmen. Danach schwingt er sich aufs Rad und fährt 180 Kilometer. Und anschließend läuft er noch einen Marathon. Morva nimmt in Limmer seinen ersten „Iron Man“ in Angriff, die Königsdisziplin beim Triathlon.

Der 43-Jährige wird seine bislang größte sportliche Herausforderung mit einem Lächeln auf dem Gesicht angehen: „Dann bin ich leidensfähiger“, sagt Morva. „Je gelassener ich eine Sache angehe, desto leichter kann ich sie bewältigen.“ Angst vor den Strapazen hat er nicht, auch nicht vor Schmerzen. Die seien höchstens ein Indikator für gute Leistungen. „Schmerzen hat, wer schwer krank ist“, sagt Morva. Respekt vor dem Iron Man hat er aber schon: Vor dem nur zehn Grad warmen Wasser („Das ist selbst mit einem Neoprenanzug sehr kalt“). Vor sechs Stunden auf dem Rad („Irgendwann drückt es am ganzen Körper“). Vor dem Marathon nicht so sehr: „Da muss man sich durchbeißen“, sagt er, „das entscheidet sich im Kopf.“

Vor vier Jahren noch war Morva ein typischer Konsument: Zu wenig Bewegung, zu viel Gewicht, zu hoher Blutdruck. Ganz spontan entschied er sich, einfach mal loszulaufen. 400 Meter schaffte er, dann schlug er sich japsend in die Büsche und hoffte, dass ihn niemand gesehen hatte. Er schloss sich dem Lauftreff des SC Bad Münder an, wurde immer fitter. Nach eineinhalb Jahren kamen die ersten Zipperlein, Morva entdeckte das Rad fahren und Schwimmen als gelenkschonende Alternativen zum Laufen und machte aus der Not eine Tugend: „Ich habe Triathlon ausprobiert.“ 2008 startete er erstmals auf der olympischen Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Rad, 10 Kilometer Laufen), ein Jahr später absolvierte er einen halben Iron Man. Es ist die logische Konsequenz, dass er nun auf die lange Distanz geht. Er will sie genießen – „wie einen Kindergeburtstag“, sagt er. „Da gibt es auch mal kleine Wehwehchen, aber die Grundhaltung ist glücklich. Ich will mich in ein paar Jahren noch gerne dran erinnern.“

Gemeinsam mit Günther Vogt gründete Morva im vergangenen Jahr die Triathlon-Sparte beim SC. Zum einen, um einen Startpass, für die Wettkämpfe zu bekommen. Vor allem aber, „um die Freude an dem Sport an andere weiterzugeben“, sagt er. „Ich finde es schön, andere Leute zu motivieren.“

Die Triathleten seien wie eine große Familie, die sich auch beim Wettkampf sofort gegenseitig helfen, etwa wenn mal einer eine Reifenpanne hat. Allerdings ist der Sport nicht besonders familienfreundlich, vor allem nicht in der Vorbereitung auf einen Iron Man. In den letzten neun Wochen trainierte Morva 14 Stunden pro Woche. Dabei kam ihm immerhin zugute, dass ihn sein Arbeitgeber von Bad Münder nach Hameln versetzte. „Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit“, sagt Morva, „das ist Teil meines Trainings.“

Viele Freizeitaktivitäten bleiben allerdings auf der Strecke: Fernsehen und Ausgehen sind zuletzt ausgefallen. Was Morva am meisten fehlt: Das Familienfrühstück an den Sonntagen. Die braucht er zum Trainieren, „aber nach einem ausgiebigen Frühstück kann man nicht sportlich aktiv sein“. Seine Familie steht aber hinter ihm. Die beiden Söhne (12 und 16 Jahre alt) „sind stolz auf Papa“, sagt Morva, „das ist ein schönes Gefühl“.

Das wird auch die Ankunft im Ziel werden. Wann die sein wird? Morva hält sich bedeckt: „Das ist eine überwältigend lange Strecke. Es wäre naiv, eine Zeit anzupeilen“, sagt er. „Ich will nur ankommen.“

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