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Münderaner absolviert 555. Wettkampf für TuSpo

Klimke will mindestens noch 22 Jahre laufen

Leichtathletik (jab). Er läuft nicht unbedingt schnell. Besonders lange Läufe absolviert er auch nicht. Aber er läuft. Und läuft. Und läuft. Richard Klimke hat jetzt seinen 555. Wettkampf für die TuSpo Bad Münder absolviert. Beim Volkslauf „Rund um Bredenbeck“ belegte er in der Altersklasse M55 den 5. Platz. Das Zahlenspiel wäre perfekt gewesen, wäre die Strecke einen Kilometer kürzer gewesen. Sie war sechs Kilometer lang, Klimke benötigte 30:37 Minuten.

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Die eigentliche Leidenschaft des 57-Jährigen ist Fußball – die hat er seinem Sohn Ruven vererbt, der bei Preußen Hameln in der Oberliga kickt. Bis 1999 stand Richard Klimke noch selbst auf dem Platz. Für die TuSpo, den TSV Hamelspringe und den TSV Nettelrede spielte er, bis ein Beinbruch seine Karriere beendete.

Nach seiner Genesung entdeckte er den Mittelstreckenlauf für sich. „Ab 2000 war ich zwei Jahre lang verletzungsfrei – das kannte ich als Fußballer gar nicht“, sagt Klimke. 60 bis 70 Wettkämpfe hat er in dieser Zeit absolviert, „alles Läufe unter 20 Kilometer“. Schon als Fußballer war er nebenbei mit der Leichtathletik fremd gegangen. 1973 etwa trat er ohne Training bei den Kreismeisterschaften an – und holte die Titel über 100 Meter und im Weitsprung. 1988 und 1990 wurde er Kreismeister im Hochsprung – ebenfalls ohne Training. „Ich hatte es in den 70er-Jahren mal in der Halle gelernt“, sagt Klimke. Besonders hoch sprang er nicht, „irgendwo um die 2,80 Meter“, sagt er. Aber die Konkurrenz verzockte sich, legte zu große Höhen auf – und riss. So war es auch 1976 bei den Landesmeisterschaften in Göttingen. „Ich hatte ein neues Auto, das ich einfahren wollte. Dann sah ich, dass die Meisterschaften in Göttingen sind und bin spontan hingefahren.“ Klimke holte Bronze.

Auch seine Karriere als Mittelstreckler hält etliche schöne Erinnerungen bereit. Den Stadtlauf in seiner Geburtsstadt Breslau etwa. Dort absolvierte er 2007 einen Zehntel-Marathon (4,2195). Am Tag danach mischte er sich mit seiner Startnummer unter die Marathon-Läufer und lief 15 Kilometer als Training mit.

Oder den internationalen Sollinglauf in Dassel über fünf Kilometer. Den absolvierte Klimke vor acht Jahren gemeinsam mit seinem damals 81 Jahre alten Vater Alois. Eine Erfahrung, die ihn am Laufen hält. „Das gibt mir die Möglichkeit, den Familienrekord in der Altersklasse M80 zu brechen“, sagt Klimke schmunzelnd. „Dafür kann ich noch knapp 22 Jahre trainieren.“

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