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HF enttäuschen beim 26:28 gegen Henstedt-Ulzburg und wollen morgen in Dormagen eine Reaktion zeigen

Keine Leidenschaft, keine Punkte

Springe. Die Handballfreunde Springe haben die Rote Laterne zurück. Nach dem 26:28 (11:11) im Heimspiel gestern Abend vor knapp 500 Zuschauern gegen den SV Henstedt-Ulzburg ist der Aufsteiger wieder Letzter, weil zeitgleich Bietigheim gegen Neuhausen seinen ersten Saisonsieg landete. Schon am morgigen Sonntag (17 Uhr) gastieren die Springer bei Bayer Dormagen. „Da können und müssen wir gleich eine Reaktion zeigen“, sagte Rückraumspieler Lukas Ossenkopp.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Die fordert auch HF-Coach Sven Lakenmacher, der gestern „sehr, sehr enttäuscht“ war, besonders über die Leistung in der zweiten Halbzeit. „Wenn man nicht in der Lage ist, sich auf die immer gleichen Dinge einzustellen, die der Gegner spielt, muss ich mich als Spieler hinterfragen, ob ich hundertprozentig mit dem Kopf dabei bin“, schimpfte er.

Tatsächlich war die Abwehr nach dem Seitenwechsel ein Torso. Die Gäste, beileibe keine Übermannschaft, kamen aber vor allem durch Tim Stefan aus dem Rückraum immer wieder zu einfachen Toren. „Da hat mir die hundertprozentige Leidenschaft aus dem Emsdetten-Spiel gefehlt“, sagte Lakenmacher, „ich muss doch erwarten, dass da aggressiv zu Werke gegangen wird.“ Auch das Spiel der Henstedter über den Kreis bekam Springe nicht in Griff.

Vor allem so hatten die Gäste sich im ersten Durchgang eine 4:2-Führung erarbeitet (6.). Dann kam die stärkste Phase der Gastgeber – leider viel zu kurz. Torhüter Mustafa Wendland hielt bis zum Pausenpfiff so überragend wie gegen Emsdetten. Das gab seinen Vorderleuten Selbstvertrauen. Das wurde vor allem bei Tim Coors’ verdecktem Wurf zum zwischenzeitlichen 7:4 (14.) deutlich. Doch als zwei Minuten später Maurice Herbold eine Zeitstrafe kassierte und der eingewechselte SVHU-Torwart Justin Rundt die ersten Paraden zeigte, wirkte nichts mehr leicht bei den Hausherren.

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  • Springes Rückraum, hier Lukas Ossenkopp, enttäuschte vor allem in der zweiten Halbzeit auf ganzer Linie. Bertram (2)

Die Fehler im Angriff häuften sich, dank Wendlands Paraden gingen die Springer aber noch mit einem Remis in die Pause. „In der zweiten Halbzeit konnten wir es nicht mehr vertuschen“, so der enttäuschte Kreisläufer Oliver Tesch. „Wir haben uns hinten nicht an die Absprachen gehalten, jeder hat was anderes probiert“, monierte er. Da stand dann auch Wendland auf verlorenem Posten, der im zweiten Durchgang kaum noch einen Ball hielt und elf Minuten vor Schluss seinen Platz für den wiedergenesenen Robert Wetzel räumen musste – der die Wende aber auch nicht brachte.

Sein Comeback gab auch Rechtsaußen Nils Eichenberger. Einziger Lichtblick bei den HF war allerdings Maximilian Kolditz, der mit zehn Toren einmal mehr bester Werfer seines Teams war und zweimal sogar aus dem Rückraum traf. „Maxi war der einzige, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er brennt“, so Lakenmacher. Die zweite Reihe war ansonsten eine Enttäuschung. Henstedts Abwehr war zwar gut eingestellt, den Gastgebern fehlte aber auch hier die rechte Leidenschaft. „Wenn du in der 2. Liga Tore machen willst, musst du auch mal einen Zweikampf gewinnen“, sagte Lakenmacher zerknirscht und stimmte seinem SVHU-Amtskollegen Matthias Karbowski so gar nicht zu. Der war mit seinem Team auch nicht zufrieden, sah aber „über 60 Minuten zwei Mannschaften, die leidenschaftlich gekämpft haben“.

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