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Bezirks-Schiri-Chef Thomas Rüdiger fordert mehr gegenseitigen Respekt auf dem Fußballplatz

„Junge Schiedsrichter dürfen Fehler machen“

Fußball (jab). DFB-Schiedsrichter-Chef Volker Roth kritisierte kürzlich bei der Halbzeittagung der deutschen Referees das Verhalten der Bundesliga-Trainer und kündigte ein härteres Vorgehen gegen schlechtes Benehmen an der Seitenlinie an. Müssen auf Bezirksebene auch die Übungsleiter im Zaum gehalten werden? Diese Frage beantwortet Thomas Rüdiger, Vorsitzender des Bezirksschiedsrichter-Ausschusses, im Dewezet-Interview.

Thomas Rüdiger  Foto: ndz

Müssen auf Bezirksebene auch die Trainer im Zaum gehalten werden?

Nein, bei uns ist das zum Glück noch kein Problem. Mir ist in der Hinsicht jedenfalls nichts bekannt.

Aber dass Trainer wegen verbaler Entgleisungen auf die Tribüne geschickt werden, ist doch auch keine Seltenheit.

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Dass sich Trainer mal echauffieren, ist normal. Dann werden sie tatsächlich mal hinter die Bande oder auf die Tribüne gesetzt, damit ist es aber meist auch abgegolten. Ein Trainer darf sich auch mal aufregen, aber dann sollte die Sache abgehakt sein. Man sollte nicht noch das Volk aufwiegeln.

Gerade in unteren Klassen wird gerne auf die Schiedsrichter geschimpft.

Im Bezirk haben wir in dieser Saison 30 Schiedsrichter dabei, die erst aufgestiegen sind. Ich erwarte von den Trainern und Spielern, dass sie gerade den jungen Unparteiischen auch mal Fehler zugestehen. Die Trainer fordern ja auch immer, dass man jungen Spielern Fehler zugesteht.

Von Schiedsrichtern wird auch gerne Fingerspitzengefühl gefordert.

Strenggenommen wäre das schon eine Regelbeugung. Es gibt eben feste Regeln: Ein Handspiel auf der Torlinie gibt Rot. Punkt. Es gibt aber einen Ermessensspielraum, den sollte ein Schiedsrichter schon nutzen, besonders ein erfahrener. Aber auch die Ansetzer sind gefragt: Sie sollten junge Schiedsrichter zum Beispiel bei brisanten Derbys nicht ins Feuer werfen.

Wie fällt Ihre Bilanz der Hinrunde im Bezirk Hannover aus?

Es bewegt sich alles im normalen Bereich. Es gibt keinen sprunghaften Anstieg bei Platzverweisen oder ähnlichem.

Wo gibt es denn Probleme?

Im Jugendbereich nimmt die Gewalt zu.

Auch gegen Schiedsrichter?

Zum Glück nicht, da hatten wir bislang nur einen Fall. Gewalt unter den Spielern ist eher an der Tagesordnung. Was auch auffällt: Die Eltern schimpfen zum Teil schlimmer als die Trainer.

Was raten Sie?

Dass sich alle gegenseitig mehr Respekt entgegenbringen. Das würde es auch leichtermachen, Nachwuchs für die Schiedsrichterei zu finden. Der wird heutzutage nämlich weniger.

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