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Julian Reygers verlässt den FC Eldagsen

ELDAGSEN. Es gab wohl nicht viele, die es bedauert haben, dass in der Woche nach der Weihnachtsfeier beim FC Eldagsen nicht mehr trainiert wurde. Julian Reygers aber schon.

Dreieinhalb Jahre war Julian Reygers eine feste Größe in der Eldagsener Innenverteidigung – jetzt reist er mit dem Rucksack durch Kanada. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Denn als die Party kurz vor den Feiertagen stieg, zog er gerade um. „Deshalb war ich relativ schnell wieder weg. Ich hätte mich gerne ausführlicher verabschiedet“, sagt der 28-Jährige. Er hat die Eldagsener nach dreieinhalb Jahren verlassen.

Sportliche Gründe für den Wechsel gibt es nicht, auch wenn es gerade nicht so gut läuft für den Landesligisten. Auch mit den Teamkollegen gab es keinen Knatsch. Aber Reygers hat sein Lehramts-Studium beendet und geht, bevor sein Referendariat im Sommer beginnt, noch einmal auf Reisen. Gestern flog er nach Vancouver, die nächsten sechs Monate wird er als Rucksacktourist in Kanada verbringen.

Fußballschuhe hat er nicht eingepackt. „Dafür war kein Platz mehr“, sagt er und fügt lachend hinzu: „Es hätte auch keinen Sinn.“ Schließlich will er nicht allzu lange an einem Ort bleiben, sondern „rumreisen, Land und Leute kennenlernen“.

Als der FCE-Vorsitzende Karl-Heinz Westenfeld ihn bei der Weihnachtsfeier verabschiedete, dankte er Julian Reygers für zweieinhalb Jahre im schwarz-gelben Trikot. „Ich musste ihn da verbessern“, so Reygers grinsend. Schließlich kam er schon zur Saison 2014/15 – ein Jahr nach seinem Zwillingsbruder Frederik – vom SV Obernkirchen an den Gehlenbach. Am Ende dieser Saison stiegen die Eldagsener in die Landesliga auf. „Gerade die Aufstiegsspiele waren eine sehr, sehr gute Erfahrung“, sagt er. Die entscheidende Partie gegen Bad Pyrmont vor einer Riesenkulisse in Springe „war ein absolutes Highlight. Aber überhaupt zweieinhalb Jahre auf diesem Niveau zu spielen, war eigentlich am wertvollsten“.

Reygers gehörte als Innenverteidiger zu den absoluten Konstanten in seiner Zeit beim FCE. „Aber das Kapitel ist jetzt leider beendet“, sagt er, „andererseits freue ich mich jetzt aber auch auf Kanada.“ Auch dort will er sich mit Sport beschäftigen – allerdings vor allem als Zuschauer. Er will Spiele in all den großen nordamerikanischen Profiligen besuchen: NBA (Basketball), NHL (Eishockey), NFL (Football).

Seine schwarz-gelben Klamotten hat er seinem Bruder mitgegeben – dass er sie noch einmal braucht, glaubt er nicht. Denn es ist absolut offen, wo er nach den Sommerferien sein Referendariat absolviert. „Ich hoffe in Hannover“, sagt Reygers, der Deutsch und Sport auf Gymnasial-Lehramt studiert hat. Von Kanada aus will er sich online bewerben.

„Das Vertrauen, das ich in Eldagsen bekommen habe, war schon toll“, sagt er, „und die Geschlossenheit ist wirklich besonders, gerade wenn der Erfolg da ist. Aber auch jetzt, wo es nicht so läuft, zerfleischt sich da niemand.“

Zurückkehren will Reygers aber in jedem Fall als Zuschauer: „Ich habe bei meinem Abschied versprochen, dass ich mir nächste Saison auf jeden Fall ein Landesliga-Spiel in Eldagsen angucke – man muss ja ein bisschen Druck aufbauen.“ Denn ob Eldagsen nach seiner Rückkehr noch in der Landesliga spielt, ist derzeit alles andere als sicher.

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