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Bisons U 20-Juniorinnen am Ziel ihrer Wünsche /Klaus Johansson zu Aufgaben und Zielen seines SCB

„In die Cronenberg-Phalanx eingebrochen“

Rollhockey. „Auf diesen Moment habe ich seit Jahren gewartet, und deshalb ist die Freude nunmehr riesengroß. Wir sind in die Cronenberg-Phalanx eingebrochen, und da wollen wir uns jetzt so richtig breitmachen“. Sprachs und genehmigte sich verdientermaßen nach allem Stress und aller nicht zu überbietender Spannung im letzten Spiel gegen den RSC Cronenberg ein kühles Blondes – Klaus Johansson, Vorsitzender des SC Bison Calenberg und zugleich Manager der Rollhockey-Abteilung.

Großer Jubel bei den Spielerinnen des SC Bison Calenberg sowie der Betreuerin Sabine Johansson und des Trainers Tonny van Dongen

Autor:

Dieter Gömann

Mit einer an Dramatik nicht zu überbietenden Finalbegegnung gegen Titelverteidiger RSC Cronenberg hatte der Gastgeber die deutsche Meisterschaft der U 20-Juniorinnen nach dem alles entscheidenden 3:3-Unentschieden aufgrund des besseren Torverhältnisses gewonnen.

Für Johansson war damit ein riesengroßer Wunsch in Erfüllung gegangen. „Jahre- lang mussten wir warten, bis wir nach 1990 mit den U 18-Juniorinnen deutscher Jugendmeister wurden. Die jungen Spielerinnen von damals, die von unserer ehemaligen Rekordnationalspielerin Simone Kuhley trainiert wurden, könnten heute schon ihre Kinder in unsere Nachwuchsriege schicken.“

Trotz dieses außergewöhnlichen Erfolges in diesem Jahr nach den beiden Vize-Mei-sterschaften der männlichen U 17- und U 20-Juniorenteams reagierte Johansson ganz schön angefressen. Er hielt dann auch nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg zurück. Fällt der Name Cronenberg im Zusammenhang mit Rollhockey, kann sich der engagierte Manager mächtig erregen.

„Wir haben nicht nur am Ende die Goldmedaille geholt. Ich hätte überhaupt kein Problem, gehabt, gegen SC Moskitos Wuppertal oder TuS Düsseldorf-Nord zu verlieren. Aber die Oberhoheit von Cronenberg in allen organisatorischen und sportlichen Belangen – da mussten wir einfach gewinnen“, verschaffte sich der SC-Boss Luft.

Bekanntlich hatte er sich 40 Tage vor der Meisterschaft in Springe mit Spielerinnen verstärkt, deren Heimatvereine keine Jugendmannschaft aufzuweisen haben. Das ist nach den Paragrafen des Deutschen Rollsport und Inline Verband (DRIV) möglich.

Im Falle von Lisa Dobratz (RSG Duisburg-Walsum), die seit zwei Jahren bei den Damen des SC Bison spielt, wäre die Situation beinahe eskaliert, denn der Bundesjugendwart Wolfgang Bernadowitz, zugleich Jugendwart beim RSC Cronenberg, wollte ihr die Spielgenehmigung verweigern, obwohl der Jugendausschuss anlässlich der DM der männlichen U-20 Junioren in Iserlohn für ein Mitwirken grünes Licht gegeben hatte. „Nach eine Telefonaktion mit dem neuen Präsidenten für Rollhockey, Jacques Casez (Darmstadt), war der Weg schlussendlich frei“, so Johansson. Seinen Worten zufolge müssten die Verantwortlichen in Cronenberg künftig kleinere Brötchen backen. Die Westdeutschen, die besonders im Damen-Rollhockey den SC Bison Calenberg nach dessen einstiger Domäne auf Bundesebene beerbt hatten, „verlieren an Macht, sowohl auf dem sportlichen als auch auf organisatorischen Sektor. Wir sind mit unserer jungen Damenmannschaft im Kommen. Nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga wollen wir uns dort etablieren und in zwei bis drei Jahren in der Spitze angreifen.“

Nach dem Titelgewinn ruht sich der SC-Manager mit seinem großen Trainer- und Helferstab nicht aus: Am 10./11. September ist der SC Bison Calenberg Gastgeber für die deutschen Meisterschaften der U 13.

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