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Immer höflich bleiben: Kinder machen erste Judo-Erfahrungen

SPRINGE. Wenn Kinder eine Turnhalle betreten, läuft es ja meistens so: Es wird sofort getobt. Nicht so beim Judo-Grundkurs des KSV Bennigsen.

Der sechsjährige Jakob übt das Abrollen.
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„Höflichkeit ist bei uns ganz wichtig“, sagt Trainer Hans-Dieter Schellberg, der insgesamt zwölf Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren bis zu den Sommerferien die Grundlagen der japanischen Selbstverteidigungskunst beibringt.

Also wird sich vor dem Betreten der Matte in der Halle des Springer Schulzentrums Süd erst einmal vor dem Bild von Jigoro Kano, dem Erfinder des Judo verbeugt. Dann bei der gemeinsamen Begrüßung vor dem Trainer. Und vor dem Kampf schließlich vor dem Gegner. Gekämpft wird erstmal aber nicht, sondern – nach der Begrüßung – getobt. Spielerische Erwärmung nennt man das, wenn die Kinder sich über die Matte jagen und versuchen, einander zu fangen. Dann werden Purzelbäume geschlagen – die erste Vorübung zum Fallen.

„Das ist das wichtigste, was ihr lernt“, erklärt „Schelli“, wie die Kinder ihn nennen. Und: „Das Schlimmste, was wir beim Fallen machen können, ist das, was wir gerne tun würden: uns abzustützen.“ Schnell habe man sich dabei den Arm gebrochen. Stattdessen lernen sie, sich abzurollen: vorwärts, seitwärts und rückwärts. Wichtig ist, dabei nicht mit dem Kopf aufzukommen – als Judo Ende des 19. Jahrhunderts erfunden wurde, „gab es schließlich noch keine Matten, sondern nur die harte Straße“, so Schellberg.

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Auch die ersten Würfe und Haltetechniken sollen die Teilnehmer in dem siebenwöchigen Grundkurs lernen. Wer dann Blut geleckt hat, macht nach den Sommerferien in einer der festen Trainingsgruppen des KSV weiter – natürlich immer ganz höflich.

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