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Springe nach dramatischem 32:25-Erfolg gegen Himmelsthür auf Titelkurs in der Landesliga

HF-A-Jugend durchlebt die ganze Gefühlspalette

Handball. Hoffnung, Bangen, Wut, Schmerzen – alles, was die Gefühlspalette des Sports zu bieten hat, bot das Spitzenspiel der Landesliga-A-Jugend am Sonntag zwischen den HF Springe und GW Himmelsthür mit dem ehemaligen HF-Coach Christian Ellmers. Jubel und Trauer durften dabei nicht fehlen: Während die Springer sich nach dem Schlusspfiff feiernd in den Armen lagen, sanken die Gäste enttäuscht zu Boden. Denn mit dem 32:25 (17:14)-Erfolg übernahmen die HF die Tabellenführung von Himmelsthür – da nach dem bisherigen Saisonverlauf nicht zu erwarten ist, dass eine der beiden Mannschaften noch ein Spiel verliert, werden die Springer wohl oben bleiben.

Nervenstark: Robert Ertel machte Sekunden vor Schluss den entscheidenden 32. Treffer für die Springer.

Autor:

Jan-Erik Bertram

Beide Teams haben jetzt 26:4 Zähler auf dem Konto. Da im Handball bei Punktgleichheit der direkte Vergleich entscheidet, hätte sich Himmelsthür eine Niederlage mit sechs Toren Unterschied erlauben können – denn sie hatten das Hinspiel mit 32:25 gewonnen. Damit ist auch der direkte Vergleich exakt ausgeglichen, also zählt nun die Tordifferenz – die spricht klar für Springe.

Es ging hoch her. Die Gäste kamen besser ins Spiel, führten 6:4, doch Springe drehte den Spielstand mit sechs Toren in Folge auf 10:6. Sie wirkten wie aufgeputscht, selbst Florian Kahl spielte trotz seines Außenbandrisses im Knöchel. „Ich hab‘ jetzt ganz schön Schmerzen“, sagte er nach dem Spiel. Die Freude über den Sieg vermieste ihm das nicht.

Die Schlussphase war dramatisch. Steffen Ertel sorgte mit seinem Treffer zum 27:20 erstmals für den wichtigen Sieben-Tore Vorsprung (51.). Doch Jonas Borgmann, Lars Schiebler und Robert Ertel kassierten danach Zeitstrafen – und Himmelsthür verkürzte auf 24:27 (56.). Der Traum von der Tabellenführung schien ausgeträumt. Doch Springe schlug zurück. In zweifacher Überzahl erhöhten sie wieder auf 30:25.

Lars Schiebler schreit seine Freude heraus.
  • Lars Schiebler schreit seine Freude heraus.

In der Schlussminute überschlagen sich die Ereignisse: Robert Ertel macht das 31:25, den letzten Angriff der Gäste pariert HF-Torwart Philipp Volgmann. Marian Loges nimmt den Ball auf, wird von Himmelsthürs Robin Waßmann zu Boden gerissen und fällt unglücklich aufs Gesicht. Wutentbrannt und mit blutender Nase verlässt Loges die Halle, Waßmann sieht die Rote Karte. Es sind noch fünf Sekunden zu spielen, als Robert Ertel das 32:25 erzielt. GW-Coach Ellmers nimmt noch einmal eine Auszeit, doch ein Tor fällt nicht mehr.

„Ich habe den Jungs gesagt: Mit Emotionen geht‘s immer“, so HF-Coach Daniel Deutsch. Wegen des üblen Fouls an Loges ließ er Milde walten: „Klar war das grob unsportlich, aber du weißt ja nie, was deine Mannschaft in der Situation gemacht hätte.“ Sein Gegenüber Ellmers wurmten die insgesamt sechs verworfenen Siebenmeter. Er nahm die Niederlage gelassen: „Wichtig ist, dass wir Vierter werden, damit sind wir direkt für die Landesliga qualifiziert.“

HF Springe: Volgmann – Schiebler (7), Michalsky (6), R. Ertel (6), Borgmann (5), Kahl (5), St. Ertel (2), Loges (1), Phatanasiri, Widmer, Rohde.

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