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Mirko Slomka plaudert beim NDZ-Sportlertreff über Hannover, Ralf Rangnick und Mathematik

„Hecking ist der Richtige für 96 – ich nicht“

Fußball (jab). Am Sonntag war er noch beim Heli-Skiing in den Bergen Kanadas, am Montag saß er als Talkgast auf der Bühne beim NDZ-Sportlertreff – für Mirko Slomka kein Problem. Der ehemalige Schalke-Coach ist es gewohnt, um den Globus zu jetten. „Ich bin mal direkt nach einem Spiel in Mainz nach Argentinien geflogen, habe drei Spiele gesehen und Spieler beobachtet, bin ohne Übernachtung wieder zurück und stand am Dienstag wieder auf dem Trainingplatz“, erzählte er. Nur einer von vielen Einblicken in das Leben eines Bundesliga-Trainers, den Slomka den rund 100 Gästen gewährte.

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Fast ein Jahr ist es her, dass der heute 41-Jährige bei Schalke 04 entlassen wurde. Seitdem ist er arbeitslos – aber nicht beschäftigungslos. Sorgen, dass er als Trainer nicht mehr unterkommt, macht er sich daher nicht. Als Experte fürs Fernsehen steht er regelmäßig in der Öffentlichkeit. „Aber in und um Hannover steht mir mein Name etwas zu oft in der Zeitung.“

Wenn es bei Hannover 96 schlecht läuft, fällt immer wieder Slomkas Name als Nachfolger von Dieter Hecking. Angerufen habe der Verein aber noch nicht, beteuert Slomka. „Es wäre mir auch sehr unangenehm. Denn ich schätze Dieter Hecking sehr, wir sind gut befreundet. Deshalb habe ich mich auch sehr über den Sieg gegen Leverkusen gefreut. Dieter ist genau der richtige für 96, ich bin es im Moment nicht.“

Auch mit Ralf Rangnick war Slomka gut befreundet. Er war sein Co-Trainer bei 96 und später auf Schalke, wo er ihn dann ja beerbte. Mit dem Gerücht, dass er Rangnick davon per SMS informiert habe, räumte Slomka beim Sportlertreff auf: „Die Geschichte stimmt nicht. Ich habe ihn angerufen, er hat sich für mich gefreut, wir haben ein ganz normales Verhältnis.“

Stress bei der Jobsuche macht sich Slomka nicht. Das Ausland sei immer ein Thema, sagte er. Im Moment versteife er sich aber auf die Bundesliga. Ob erste oder zweite Liga sei egal. „Wichtig ist, dass ich spüre: Der Verein verfolgt eine Vision.“

Er nutzt seine freie Zeit, bildet sich fort, lässt sich coachen, beobachtet Spiele. „Es ist wichtig, sich persönlich weiterzuentwickeln“, sagt er. Dass er als Spieler selbst nie Profi gewesen sei, wäre kein Problem: „Das war José Mourinho auch nie – heute ist er der bestbezahlte Trainer der Welt.“

Mathe und Sport hat Slomke studiert, bevor er Trainer wurde. Die Zahlen lassen ihn auch beim Fußball nicht los: „Man kann zwar nicht berechnen auf dem Platz, aber an Statistiken viel ablesen. Und es gibt mathematische Formen auf dem Feld, wie die Viererkette. Das ist alles sehr spannend.“

Wie auch der Titelkampf in der Bundesliga. „Oben wird es richtig eng“, prophezeit Slomka, „aber ich denke, am Ende schafft es wieder Bayern“.

Ein Video vom Sportlertreff sehen Sie ab heute hier auf www.ndz.de.

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