weather-image
27°

Handballfreunde feiern Derby-Sieg

SPRINGE. Dass die Handballfreunde Springe in eigener Halle jeden Gegner schlagen können, beweisen sie immer wieder. Dass sie gegen Eintracht Hildesheim, den Spitzenreiter der 3. Liga Ost, vor 700 Zuschauern aber so deutlich mit 31:25 (14:16) gewinnen würden, „hätte ich noch in der Halbzeit nicht gedacht“, sagte Hinz.

Es wird sich nichts geschenkt: Springes Sergej Gorpishin stoppt Hildesheims Andreas Simon (l.). Fotos: Bertram
jan

Autor

Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Kurioserweise sorgte ausgerechnet eine Rote Karte gegen die Springer für die Wende in der Partie, in der Hildesheim zunächst klar besser war. Amer Zildzic kassierte schon in der 34. Minute wegen Schauspielerei seine dritte Zwei-Minuten-Strafe – für ihn war die Partie gelaufen. „Darüber werden wir noch sprechen müssen, so etwas darf ihm nicht passieren. Das kann auch nach hinten losgehen“, sagte HF-Kreisläufer Sebastian Preiß.

Springe konnte den Verlust des Mittelmanns aber kompensieren – wurde sogar stärker, was auch daran lag, dass mit Zildzic ein Nervositätsfaktor aus dem Spiel war. Bis dahin hatten viele unnötige Ballverluste – nicht nur von Zildzic – das Spiel der Gastgeber geprägt. So wurden die meisten Gegenstoßmöglichkeiten kläglich vergeben. Viele gab es davon ohnehin nicht, weil die HF in der Abwehr zu wenig Bälle eroberten.

Einfache Tore aus dem Rückraum waren vor der Pause ebenfalls Mangelware, auf Tim Otto hatten die Hildesheimer sich gut eingestellt. Immerhin Maximilian Schüttemeyer traf zuverlässig, sodass Springe immer in Schlagdistanz blieb.

Da hilft auch kein Lamentieren von HF-Coach Oleg Kuleshov: Die Schiedsrichter verteilen insgesamt 18 Zeitstrafen.
  • Da hilft auch kein Lamentieren von HF-Coach Oleg Kuleshov: Die Schiedsrichter verteilen insgesamt 18 Zeitstrafen.
Amer Zildzic kassierte früh eine unnötige rote Karte.
  • Amer Zildzic kassierte früh eine unnötige rote Karte.
Erfolgsreichster Werfer: Maximilian Schüttemeyer. Rechts: Hildesheims Ex-Springer Nikolaos Tzoufras.
  • Erfolgsreichster Werfer: Maximilian Schüttemeyer. Rechts: Hildesheims Ex-Springer Nikolaos Tzoufras.

Nach dem Seitenwechsel, genauer: Nach Zildzics Disqualifikation wendete sich das Blatt. „Wir haben uns keine Schwächephasen mehr erlaubt“, sagte Hinz. „Wir haben die Fehler abgestellt und konsequenter gespielt“, ergänzte Preiß. Springe drehte jetzt auf. Torwart Svebor Crnojevic entschärfte etliche Bälle, vorne traf der im ersten Durchgang torlose Tim Otto jetzt zuverlässig. Mit seinem vierten Treffer sorgte er in der 45. Minute für die erste HF-Führung (45.). Hildesheim glich noch zweimal aus, Otto markierte jeweils wieder die Führung.

Rückstände sind die Hildesheimer offenbar nicht gewohnt – der Tabellenführer wurde immer nervöser. Als Preiß in der 55. Minute auf 28:24 erhöhte, zweifelte niemand mehr am Springer Sieg. Als die HF-Abwehr zwei Minuten vor Schluss den Ball eroberte, standen alle HF-Fans, als Nils Eichenberger kurz darauf das 30:25 erzielte, schallte „Oh, wie ist das schön“, aus den Boxen.

Dass kurz darauf auch Fabian Hinz seine dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte kassierte, störte niemanden mehr. Es war die insgesamt 18. Zeitstrafe des emotionalen Derbys, das die Unparteiischen Christian Kroll und Emanuel Polke nicht immer im Griff hatten. „Es waren einige Nickeligkeiten dabei“, sagte Preiß, für den Hildesheim der Favorit auf den Aufstieg bleibt: „Ich denke, die machen es trotzdem.“

Dass die Hildesheimer in die 2. Liga zurück wollen, daran ließ Trainer Gerald Oberbeck nach dem Spiel keinen Zweifel. „Wir werden die Unterlagen rechtzeitig einreichen“, sagte er bei der Pressekonferenz süffisant. Den Seitenhieb auf die verweigerte Lizenz für die Springer im vorigen Jahr, nahm ihm niemand übel – Derbysieger sind eben großzügig.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare