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Tini Demann rückt für die verletzte Babett Peter in den Kader der Nationalelf nach

Ganz viel Talent und ein bisschen Glück

Bennigsen/Hoffenheim. Talent alleine reicht nicht aus, um im Sport ganz oben anzukommen. Viel harte Arbeit gehört auch dazu, ein bisschen Zufall und das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Bei Fußballerin Tini Demann kam alles zusammen – und so wurde die 22-Jährige von der TSG Hoffenheim, die beim FC Bennigsen ihre Karriere startete, erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert. Bei den EM-Qualifikationsspielen am Freitag (16 Uhr/live im ZDF) in Halle/Saale gegen Ungarn und am Dienstag (18 Uhr/ARD) in Zagreb gegen Kroatien gehört Demann zum Kader von Bundestrainerin Silvia Neid.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Lange sah es so aus, als wäre Demanns Berufung in die Nationalmannschaft nur eine Frage der Zeit. Im April 2007 debütierte sie in der deutschen U15-Auswahl, danach durchlief sie alle Juniorinnen-Teams des DFB, wurde 2011 U19-Europameisterin. Als sie 2009 zu Turbine Potsdam wechselte, eine der ersten Adressen im deutschen Frauenfußball, schien der Weg nach oben programmiert. Stammspielerin wurde sie in Potsdam unter Trainer Bernd Schröder nie. Ein Kreuzbandriss im April 2012 bei einem Spiel der U12-Nationalelf brachte die Karriere zusätzlich ins Stocken.

Etwas über ein Jahr später brach „Tini“, wie Demann nur genannt wird, ihre Zelte in Potsdam ab und ließ sich zum damaligen Erstliga-Aufsteiger TSG Hoffenheim ausleihen – und hat seit dem Start in die Saison 2013/14 keine Pflichtspielminute gefehlt. „Das war auf jeden Fall der richtige Schritt“, sagt Demann, die seit der vorigen Saison fest bei der TSG unter Vertrag steht. „Ich habe mich weiterentwickelt. Die Basis von allem ist, dass man fit ist und viel spielen kann.“

Als Abwehrchefin in Hoffenheim hat sie großen Anteil daran, wie sich die Defensive der mittlerweile im Oberhaus etablierten TSG, stabilisiert hat. In der ersten Saison waren es noch 60 Gegentore, in der zweiten nur noch 40 – in den ersten drei Spielen der laufenden Spielzeit kassierte Hoffenheim erst einen Gegentreffer.

Das alles hätte vielleicht immer noch nicht zur Nominierung gereicht, doch als Babett Peter (VfL Wolfsburg) wegen Adduktorenproblemen für die Qualifikationsspiele absagte, klingelte am Montag Demanns Handy. Ihr Vereins-Coach Jürgen Ehrmann überbrachte ihr als erster die Nachricht von der Nach-Nominierung. Kurz darauf rief die Bunedstrainerin persönlich an. „Es war ein ganz kurzes Gespräch. Sie hat gesagt, dass sie sich darauf freut, mich auf dem Platz zu sehen“, berichtet Demann.

Gestern ganz früh machte sie sich auf den Weg nach Leipzig zum Treffpunkt der Nationalelf. Ob es auch zum Länderspiel-Debüt kommt? „Wenn man dabei ist, will man auch spielen“, sagt sie, „ich will mich im Training gut präsentierten und einfach alles mittnehmen, was geht.“

Gerechnet hatte sie mit der Nominierung nicht – die Hoffnung hatte sie aber auch nie aufgegeben: „Ich bin ja noch jung und wenn man spielt, hofft man immer, noch einzurutschen. Es ist eine Belohnung für die Arbeit, die man reinsteckt – schön, dass die Leistung gesehen wird.“

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