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Bezirksliga-Meister akzeptiert Nicht-Zulassung zur Landesliga und verzichtet auf zivilrechtliche Schritte

FCE konzentriert sich wieder auf Fußball

Fußball (jab). Der FC Eldagsen hat den Aufstieg in die Landesliga zu den Akten gelegt. Der Meister der Bezirksliga 4 verzichtet darauf, zivilrechtliche Schritte gegen die Nicht-Zulassung zur höchsten Spielklasse des Bezirks einzulegen. Das gab der FCE gestern per Pressemitteilung bekannt.

Die ELdagsener können sich jetzt wieder ganz auf Fußball konzentrieren.

Die Urteilsbegründung des Obersten Verbandssportgerichts (OVSG) als letzter Instanz, die dem Verein am Dienstag zugegangen war, hätte „eigentlich genug Anlass gegeben, den Schritt an die ordentliche Gerichtsbarkeit zu gehen“, heißt es in der Mitteilung. Dennoch wolle der Verein „auf eine weitere Bekämpfung der krass ungerechten und diskriminierenden Maßnahmen des Verbandes“ verzichten.

FCE-Anwalt Uwe Barten hatte dem Verein geraten, weitere rechtliche Schritte zu ergreifen, „weil die Urteilsbegründung nicht überzeugend ist“. Der Strohhalm der Eldagsener war eine C-Juniorenmannschaft, die sie vor der Saison gemeldet hatten für eine vom Kreisjugendausschuss angebotene Staffel, in der allerdings nur D-Junioren spielen sollten. Die Staffel kam nie zustande, was dem FCE nicht anzulasten war. Das Bezirkssportgericht (BSG) hatte als erste Instanz argumentiert, dass eine reine D-Jugendmannschaft, die als C-Jugend gemeldet wird, nicht als C-Jugend im Sinne des Anhangs 3 der NFV-Spielordnung akzeptiert werden kann. Das Verbandssportgericht hatte es anders gesehen und war der Meinung, dass entscheidend sei, in welcher Altersklasse die Spieler gemeldet seien, nicht wie alt sie tatsächlich seien. Das OVSG bestätigte wiederum das BSG und argumentierte, der FCE hätte mit seinen neun eigenen C-Juniorenspielern, die in einer Jugendspielgemeinschaft (JSG) aktiv sind, und einigen D-Junioren, eine C-Jugend melden können, die den Regeln entspricht.

„Dabei wird übersehen, dass der FCE gegenüber noch kleineren Vereinen ein Stück Entwicklungshilfe leistet“, sagt Barten. Anhang 3 der Spielordnung, der von Landesligisten mindestens eine eigene A-, B- oder C-Juniorenmannschaft fordert, solle dazu dienen, „die Jugend zu fördern. In dieser Auslegung fördert er aber die Zentralisation in der Jugendarbeit“.

Dennoch zieht der FCE nun einen Schlussstrich. „Wir wollen wieder Ruhe in den Verein bekommen und vor allem nicht den gesamten Fußballbetrieb außer Kraft setzen sowie unbeteiligte Vereine in Mitleidenschaft ziehen“, wird der FCE-Vorsitzende Karl-Heinz Westenfeld in der Pressemitteilung zitiert.

Die Chronologie des Falles FC Eldagsen:

16. Mai: Der Bezirksspielausschuss teilt dem Verein mit, dass er wegen fehlender eigener Jugendmannschaften keine Zulassung zur Landesliga erhalten würden, falls der FCE den Staffelsieg schaffen sollte.

24. Mai: Der FCE legt beim Bezirkssportgericht Einspruch gegen den Verwaltungsbescheid ein.

5. Juni: Mit einem 4:0-Sieg gegen Ronnenberg macht der FCE den Staffelsieg vor HSC BW Tündern perfekt.

8. Juni: Das Bezirkssportgericht (BSG) weist den Eldagsener Einspruch zurück.

22. Juni: Der FCE erhebt Einspruch gegen das Urteil beim Verbandssportgericht (VSG).

30. Juni: Das VSG hebt das BSG-Urteil auf – der FCE darf aufsteigen.

10. Juli: Der NFV-Bezirksvorstand geht gegen das VSG-Urteil beim Obersten Verbandssportgericht (OVSG) in Berufung.

16. Juli: Das OVSG kippt das VSG-Urteil – der FCE bleibt Bezirksligist.

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