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Erasmus' größte Herausforderung

Bad Münder. Detlef Erasmus hat schon viel gesehen in seinem Läuferleben. 124 Marathon- oder Ultraläufe hatte er bis zum vorigen Wochenende bereits absolviert. Mit Nummer 125 stellte er sich jetzt seiner bislang größten Herausforderung. Der Münderaner vom SC-Lauftreff startete beim „Swiss Alpine“ in der Schweiz, dem „größten Berg-Ultramarathon der Welt“ wie es in der Ausschreibung heißt. Auf einer Strecke von 79 Kilometern galt es 2600 Höhenmeter zu überwinden.

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Start und Ziel waren in Davos. Dort hatte Erasmus schon vor dem Start ein paar sonnige Tage verlebt, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Er war froh, dass er daheim im Süntel schon bei großer Hitze trainieren konnte, denn am Abend vor dem Lauf war es in Davos noch 24 Grad warm. Doch in der Nacht schlug das Wetter um. Beim Start um 7 Uhr waren es nur noch zehn Grad, eine Stunde später begann der Regen – und hörte bis ins Ziel nicht mehr auf.

Schon auf den ersten 30 Kilometern nach Filisur waren 1000 Höhenmeter zu überwinden – was kurios ist, denn der Ort liegt 500 Meter tiefer als Davos. Die Strecke wurde immer matschiger und schwerer zu laufen, sodass knapp 150 der 1000 angemeldeten Ultraläufer schon im Marathonziel in Bergün ausstiegen.

Danach wurde es richtig hart: Über Chants auf 1822 Meter Höhe ging es zur Keschhütte auf 2632 Meter. „Der Regen ließ die schmalen Trails zu kleinen Flüssen werden“, sagt Erasmus, der sich immer wieder die Zeit nahm, stehen zu bleiben und Fotos von den umwerfenden Ausblicken zu machen. An der Keschhütte war es eisige drei Grad kalt. Gut, dass es warme Suppe gab.

Es folgte der erste schwere Abstieg zum Panoramatrail, auf dem es wieder bergauf ging zum höchsten Punkt der Strecke, dem Sertigpass auf 2739 Meter. Bergab wurde es schwierig. „Komplette Flüsse und Geröllfelder mussten durchquert werden. Erst nach Chuealp in 2200 Meter Höhe konnte man wieder ans Laufen denken“, so Erasmus.

Er schaffte es, von dort die letzten 15 Kilometer zu laufen und machte noch etliche Plätze gut. Nach 11:36 Stunden kam er als 30. der Altersklasse M55 und 299. der Gesamtwertung ins Ziel.jab

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