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Böbberaner ist bei der Landesmeisterschaft der große Unbekannte beim U20-Hochsprung

Emmermacher auf dem Sprung zum Landestitel

Hochspringer Tobias Emmermacher tritt am Sonntag bei den Landesmeisterschaften in Hannover an. Trotz bescheidender Trainingsmöglichkeiten in Bakede zählt er mit einer Bestleistung von 1,80 Metern zu den Favoriten.


Böbber/Bakede. Wenn sich Hochspringer Tobias Emmermacher in seiner Konzentrationsphase befindet, weiß keiner seiner Kontrahenten, welche Höhe sie gleich von ihm erwarten können. Da sich der Böbberaner auf einem Lebel fernab von Videoanalysen bewegt, ist ist das kein Wunder. Dass der 17-Jährige allerdings selbst nie recht weiß, wie hoch es gleich hinausgehen könnte, ist dagegen alles andere als alltäglich.

Bereits seit dem vergangenen Sommer kann Tobias seine Fähigkeiten nicht mehr konkret einschätzen. Bei der U20-Bezirksmeisterschaft in Hannover holte Emmermacher die Silbermedaille mit einer Höhe von 1,76 Metern – ein Zentimeter über der magischen Grenze von 1,75 Meter.

Magisch nicht in dem Sinne, dass es eine Qualifikationshöhe, geschweige denn irgendein Rekord gewesen wäre. Vielmehr befindet sich Tobias seitdem über der maximalen Trainingshöhe seines Vereins MTV Friesen Bakede. Das Problem liegt darin, dass er in der Gruppe trainiert. Liegt seine Latte bei 1,75 Meter, ist eine andere auf dem gleichen Ständer auf 1,45 Meter eingestellt – „so können alle springen, ohne, dass wir ständig umbauen müssen“, erklärt Mutter und Trainerin Rosi Emmermacher. Im Freien kann Tobias gar nicht trainieren – denn eine Hochsprunganlage gibt es in Bakede nur in der Halle. Wettbewerbe arten auf diese Weise zu einem Glücksspiel für ihn vor allem und seine Gegner aus.

Allen Widrigkeiten zum Trotz sucht Tobias, der am Springer Otto-Hahn-Gymnasium die elfte Klasse besucht, keine Ausreden, sondern neue und zahlreiche Herausforderungen. „Ich nehme an möglichst vielen Wettkämpfen teil, um sie als zusätzliche Trainingseinheiten unter besseren Bedingungen zu nutzen“, zeigt sich der Nachwuchsathlet kämpferisch. Er belohnte sich mit einer durchaus erfolgreichen zweiten Jahreshälfte 2015. Neben Siegen in verschiedenen U18- und U20- Wettbewerben qualifizierte er sich mit seinem ersten 1,80-Meter-Sprung bei den Hallenstadtmeisterschaften in Bad Münder zudem für die U20-Landesmeisterschaften an diesem Wochenende in Hannover. Am Sonntagmorgen wird es für ihn ernst. Am 6. und 7. Februar springt er an gleicher Stelle um die Norddeutsche Meisterschaft.

Ob er im Sportleistungszentrum Hannover mehr als reine Trainingseindrücke sammeln kann, steht in den Sternen. „Zu meinen Chancen kann ich absolut nichts sagen. Es ist ein neuer Jahrgang, in dem ich antrete, daher kenne ich kaum einen der Teilnehmer und kann auch niemanden einschätzen“, gibt der Gymnasiast offen zu.

Ein Vorteil könnte an diesem Tag die Unterstützung seiner jüngeren Schwester Michaela sein. Die 16-Jährige, die als Mittelstrecklerin einst dem Landeskader angehörte, jetzt aber ebenfalls vom Hochsprungfieber infiziert ist, trainiert noch oft in Hannover – und kennt die Bedingungen dort besser als ihr großer Bruder. „Sie kann mir schon den einen oder anderen Tipp geben“, ist sich Tobias Emmermacher zumindest der Hilfe seiner Familie sicher. Und die Anlage in Hannover liegt ihm: Beim Sportfest zum Anfang des Jahres übersprang er auch dort die 1,80 Meter.

Neben Emmermacher sind bei den Landesmeisterschaften auch Svenja Holenburg und Leo Härtel aus Völksen am Start – beide treten für Eintracht Hannover an. Svenja startet im 800-Meter-Lauf der Mädchen W14, Leo über 4 x 200 Meter in der U18-Staffel. Daniel Stolper und Torsten Hülsemann vom MTV Messenkamp haben für das Kugelstoßen der Männer gemeldet.

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